Steuerreform der Regierung: Warum Geringverdiener kaum profitieren werden
Nina BauerSteuerreform der Regierung: Warum Geringverdiener kaum profitieren werden
Die deutsche Regierung hat Pläne angekündigt, die finanzielle Belastung für Gering- und Mittelverdiener zu verringern. Angesichts wachsender wirtschaftlicher Unsicherheit und steigender Zustimmungswerte für die rechtspopulistische AfD steht die Politik unter Druck, schnell zu handeln. Doch die vorgeschlagene Lösung – eine Steuerreform – könnte gerade denen am wenigsten nützen, die sie am dringendsten brauchen.
Der Entlastungsplan der Regierung konzentriert sich auf Senkungen der Einkommensteuer. Allerdings zahlen im progressiven deutschen Steuersystem bereits die reichsten 50 Prozent der Bevölkerung 93,5 Prozent der gesamten Lohnsteuer. Steuersenkungen würden daher vor allem Besserverdiener begünstigen – nicht aber die unteren und mittleren Einkommensschichten.
Tatsächlich lastet die größte Belastung für Durchschnittsverdiener nicht auf der Einkommensteuer, sondern auf den Sozialabgaben. Diese umfassen Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung und schmälern die Löhne stärker als Steuern. Durch die alternde Bevölkerung dürften diese Beiträge weiter steigen und Geringverdiener noch stärker belasten.
Der Bundeshaushalt ist ohnehin bereits stark belastet, was kaum Spielraum für größere Steuersenkungen lässt. Auch Länder und Kommunen, die auf Einnahmen aus der Lohnsteuer angewiesen sind, müssten mit Finanzlücken rechnen, sollten die Kürzungen umgesetzt werden. Kritiker fordern stattdessen eine Senkung der Krankenkassenbeiträge, um gezielt denen zu helfen, die am stärksten unter Druck stehen.
Zwar zielt die geplante Steuerreform darauf ab, die finanzielle Last zu mindern – doch ob sie Gering- und Mittelverdiener tatsächlich entlastet, bleibt ungewiss. Solange die hohen Sozialabgaben nicht angegangen werden, könnten viele Haushalte weiterhin stark belastet bleiben. Gleichzeitig erschweren Haushaltsengpässe und politischer Druck die Suche nach einer gerechten Lösung.






