Streit um A14-Beförderungen: Baden-Württemberg verteilt Lehrstellen neu – Gymnasien gehen leer aus
Paul WagnerStreit um A14-Beförderungen: Baden-Württemberg verteilt Lehrstellen neu – Gymnasien gehen leer aus
Das Kultusministerium Baden-Württembergs hat Pläne bekannt gegeben, bis Mai mehrere hundert Lehrstellen der Besoldungsgruppe A14 zu besetzen. Mit diesem Schritt sollen Beförderungsmöglichkeiten für erfahrene Lehrkräfte an verschiedenen Schulformen ausgeweitet werden. Die Entscheidung hat jedoch Kritik vom Philologenverband Baden-Württemberg (PhV BW) ausgelöst, der dem Ministerium vorwirft, die Stellenverteilung ungerecht vorzunehmen.
Die Besoldungsgruppe A14 stellt für Lehrkräfte einen bedeutenden Karriereschritt dar und ist oft mit größeren Verantwortungsbereichen verbunden. Nach dem aktuellen Plan des Ministeriums entfallen 81 der Beförderungen auf Gymnasiallehrkräfte, 203 auf Berufsschulen und weitere auf Gemeinschaftsschulen.
Ursprünglich waren von den 1.200 für 2025 vorgesehenen A14-Beförderungen 900 für Gymnasien reserviert. Durch die Umverteilung wirft der PhV BW dem Ministerium nun vor, diese Stellen anderen Schulformen zugewiesen zu haben. Der Verband spricht von einem "Budget-Taschenspielertrick", der die "systematische Unterfinanzierung" der Gymnasien verschärfe.
Der PhV BW argumentiert, dass das vom Ministerium genannte Ziel – die Angleichung der Beförderungschancen über alle Schulformen hinweg – weder ausreichend finanziert noch durchdacht sei. Stattdessen würden A14-Stellen für Gemeinschaftsschulen durch die Umwidmung von Gymnasialstellen besetzt. Im Regierungsbezirk Karlsruhe sei dadurch fast das gesamte Jahreskontingent für Gymnasialbeförderungen gestrichen worden.
Viele Gymnasiallehrkräfte warten bereits seit Jahren auf eine Beförderung. Der Verband warnt, dass weitere Verzögerungen die Unzufriedenheit im Kollegium nur noch verstärken würden.
Bis Mai sollen Hundert Beförderungen in die Besoldungsgruppe A14 verteilt werden. Für Gymnasien stehen jedoch deutlich weniger Stellen zur Verfügung als ursprünglich geplant. Der PhV BW betont, dass diese Politik das Risiko berge, die berufliche Stagnation von Lehrkräften in diesem Bereich zu verlängern.