Streit um Apothekenvergütung: Bundesrat blockiert Reformen und fordert höhere Zuschläge
Paul WagnerStreit um Apothekenvergütung: Bundesrat blockiert Reformen und fordert höhere Zuschläge
Die Landesregierungen drängen auf höhere Zahlungen an Apotheken, während die Debatten über Finanzierung und Regulierung an Schärfe gewinnen. Bayern hat sich klar gegen die Zulassung von Pharmazeutisch-technischen Assistenten als Ersatz für Apotheker ausgesprochen. Der Bundesrat lehnte diesen Vorschlag kürzlich ab, unterstützte jedoch zentrale Reformen im Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG).
Der Streit um die Apothekenvergütung zieht sich bereits seit 2023 hin. Bayern hatte zunächst gefordert, die Festzuschlagssätze von 4,0 auf 2,5 Prozent zu senken, doch andere Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen sowie die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände verlangten inflationsgerechte Anpassungen (etwa 3–4 Prozent). Zudem setzten sie sich für strengere Regeln ein, um die Privatisierung von Apotheken zu verhindern. 2025 einigte sich ein Vermittlungsausschuss schließlich auf einen Kompromiss von 3,2 Prozent.
Ende Januar bekräftigte der Bundesrat seine Kernforderungen: Dazu gehörten die Erhöhung der Festzuschläge pro Packung sowie die Abschaffung der gelockerten Vorschriften für die Eröffnung von Filialapotheken. Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) trat dabei besonders vehement auf und forderte eine Anhebung des Festzuschlags für verschreibungspflichtige Medikamente von 8,35 auf 9,50 Euro.
Gerlach mahnte zudem die Bundesregierung zu zügigem Handeln. Sie betonte die unverzichtbare Rolle der Apotheken in der Gesundheitsvorsorge und warnte, dass Verzögerungen ihre Fähigkeit schwächen könnten, die Bevölkerung flächendeckend zu versorgen.
Die Entscheidung des Bundesrats blockiert den Einsatz von Fachkräften als Apotheker-Ersatz und erhöht den Druck auf die Bundespolitik, die Apothekenfinanzierung grundlegend zu reformieren. Bayerns Forderung nach höheren Zuschlägen spiegelt die übergeordnete Sorge wider, die Existenz lokaler Apotheken langfristig zu sichern. Die weiteren Entwicklungen werden maßgeblich beeinflussen, wie Apotheken künftig arbeiten und wie Patienten Zugang zu Medikamenten erhalten.






