Streit um Sicherheit im Zug: Warum Bahnmitarbeiter allein bleiben müssen
Nina BauerStreit um Sicherheit im Zug: Warum Bahnmitarbeiter allein bleiben müssen
Streit um Sicherheitsmaßnahmen für Bahnmitarbeiter eskaliert nach Ablehnung von Zweipersonen-Besatzungen
Die Auseinandersetzungen um Schutzvorkehrungen für Bahnangestellte haben sich verschärft, nachdem Verkehrsminister die Forderung nach einer verpflichtenden Zweipersonen-Besetzung in Zügen abgelehnt haben. Die Entscheidung fällt nur Monate, nachdem ein Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz bei einem Angriff tödlich verletzt wurde. Gewerkschaften kritisieren den Beschluss scharf und warnen vor einer Zunahme von Gewalt gegen Beschäftigte.
Im Februar 2026 war der Zugbegleiter Serkan C. bei einem Angriff während seiner alleinigen Dienstzeit getötet worden. Seither fordert die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) durchgehend Zweipersonen-Teams in allen Zügen, um die Sicherheit zu erhöhen. Gewerkschaftschef Martin Burkert wirft den Verkehrsministern vor, ihre Verantwortung zum Schutz der Mitarbeiter nicht wahrzunehmen, und verweist auf einen kontinuierlichen Anstieg gewalttätiger Vorfälle. Offizielle Statistiken zeigen, dass es seit 2023 jährlich über 3.000 Angriffe auf Bahnmitarbeiter gibt – mit 3.144 Fällen im Jahr 2023, 3.324 im Jahr 2024 und ähnlichen Zahlen für 2025. Für 2026 liegt noch keine bundesweite Gesamtzahl vor.
Die Verkehrsministerkonferenz lehnt bundesweit einheitliche Personalvorgaben ab und argumentiert, dass solche Entscheidungen flexibel bleiben müssten. Zwar begrüßten die Minister die neuen Sicherheitsmaßnahmen der Deutschen Bahn – darunter Körperkameras für Servicekräfte und der Verzicht auf Ausweiskontrollen bei Fahrkartenprüfern –, wiesen jedoch darauf hin, dass diese Schritte zusätzliche Kosten verursachen würden. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder prüft derweil bis Ende April die Wirksamkeit der aktuellen Schutzmaßnahmen. Zudem steht er im Austausch mit Behörden, um die Überwachung an Bahnhöfen zu verbessern, betonte aber, dass die Finanzierung im vorgesehenen Budgetrahmen bleiben müsse.
Die Ablehnung der Zweipersonen-Regelung lässt die EVG und andere Gewerkschaften verärgert zurück, die nachdrücklich strengere Schutzvorkehrungen fordern. Zwar sind die neuen Sicherheitsinstrumente der Deutschen Bahn nun im Einsatz, doch bleiben Bedenken hinsichtlich der langfristigen Finanzierung und Umsetzung. Schnieders anstehende Überprüfung wird zeigen, ob weitere Änderungen notwendig sind, um die anhaltende Gewalt gegen Bahnmitarbeiter einzudämmen.






