Stuttgart 21 scheitert erneut: Digitalisierung und Kosten explodieren bis 2031
Paul WagnerStuttgart 21 scheitert erneut: Digitalisierung und Kosten explodieren bis 2031
Stuttgart 21: Deutschlands erstes voll digitalisiertes Großbahnprojekt erleidet weitere Rückschläge
Das Vorhaben Stuttgart 21, das erste komplett digitalisierte Großprojekt der deutschen Bahn, steckt in neuen Schwierigkeiten. Die Inbetriebnahme verzögert sich nun bis 2031 – ein ganzes Jahrzehnt später als ursprünglich geplant. Die Kosten sind bereits auf über 11 Milliarden Euro explodiert und haben das Projekt zu einer nationalen Peinlichkeit werden lassen.
Schon früh in der Bauphase häufen sich die Pannen. Arbeiter verlegten über 1.000 Kilometer Kabel und Leitungen falsch, weil die Verkabelung begann, noch bevor die endgültigen technischen Pläne für das digitale Stellwerkssystem vorlagen. Folge: Ein Großteil der fehlerhaft installierten Infrastruktur muss nun ausgetauscht werden.
Hinzu kommen weitere Probleme, darunter Mängel in der Notstromversorgung sowie Defekte an Bahnsteigen und Bodenbelägen. Diese Schwierigkeiten machen das ursprüngliche Ziel einer Teilinbetriebnahme bis 2026 unmöglich.
Das Projekt soll alle Strecken und Züge mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS (European Train Control System) ausstatten, das über digitale Stellwerke gesteuert wird. Doch Güterzüge ohne ETCS werden im Bereich des Bahnknotens weiterhin auf konventionelle Signale angewiesen sein. Allein die Installation von 450 neuen Signalen schlägt mit rund 45 Millionen Euro zu Buche.
Die Stadt Stuttgart hatte fast 460 Millionen Euro investiert, um 109 Hektar Bahnfläche für neuen Wohnraum und Stadtentwicklung zu erwerben. Doch auch diese Pläne verzögern sich nun um Jahre – eine direkte Folge der anhaltenden Rückschläge.
Die vollständige Inbetriebnahme von Stuttgart 21 ist nun für 2031 vorgesehen – zwölf Jahre später als im ursprünglichen Zeitplan. Das Budget ist auf über 11 Milliarden Euro angeschwollen. Verzögerungen bei Bau und digitaler Integration sorgen weiterhin dafür, dass sich sowohl die Eröffnung der Bahnanlage als auch die städtebaulichen Projekte der Stadt weiter nach hinten verschieben.






