Stuttgarter Apotheke testet erstmals digitale Abrechnung von Papierrezepten über Scanacs-Plattform
Paul WagnerStuttgarter Apotheke testet erstmals digitale Abrechnung von Papierrezepten über Scanacs-Plattform
Apotheke in Stuttgart nutzt als Erste Scanacs-Plattform für Papierrezepte mit der AOK Baden-Württemberg
Eine Apotheke in Stuttgart hat als erste Papierrezepte über die Scanacs-Plattform mit der AOK Baden-Württemberg abgerechnet. Dieser Schritt folgt den Änderungen im Arzneimittelversorgungsvertrag (AVV), der nun eine einheitliche Abrechnung für sowohl papierbasierte als auch elektronische Rezepte vorschreibt. In der gesamten Region zeigen Apotheken großes Interesse an dem neuen System.
Im Januar rechnete eine Stuttgarter Apotheke über Scanacs Muster-16-Rezepte im Wert von mehr als 80.000 Euro ab – darunter ein einzelnes Rezept mit einem Volumen von über 40.000 Euro. Dies stellt einen entscheidenden Test für die Fähigkeit der Plattform dar, auch hochpreisige Abrechnungen effizient zu bewältigen. Scanacs-Geschäftsführer Frank Böhme bezeichnete den Erfolg als Meilenstein und will den Prozess noch vor Ende der AVV-Übergangsphase fest etablieren.
Die überarbeiteten AVV-Regeln sehen vor, dass Apotheken nun ein standardisiertes Verfahren für die Abrechnung aller Rezepte – ob auf Papier oder digital – anwenden müssen. Sie können die Abwicklung selbst übernehmen oder eine Clearingstelle nutzen. Entscheiden sie sich für Letzteres, müssen sämtliche Abrechnungen ausschließlich über diese laufen. Scanacs nutzt diese Umstellung, um Apotheken die Möglichkeit zu geben, beide Rezepttypen innerhalb desselben Monats abzurechnen – und das ohne die Anschaffung neuer Scanner.
Das System ist so konzipiert, dass für Apotheken kein zusätzlicher Aufwand entsteht. Es gibt keine Beschränkungen, wie oft sie Rechnungen einreichen dürfen, und die Zahlungen müssen innerhalb von zehn Tagen erfolgen. Aufgrund der hohen Nachfrage wird erwartet, dass sich in Kürze weitere Apotheken der Plattform anschließen. Besonders gefragt ist die neue Option zur monatsmittigen Abrechnung, die die Bearbeitung hochpreisiger Papierrezepte beschleunigt.
Der Stuttgarter Pilotversuch beweist, dass Scanacs große Rezeptmengen effizient verarbeiten kann. Da keine Zusatzarbeit für Apotheken anfällt und die Zahlungsfristen kürzer sind, könnte das System nach Ende der Übergangsphase zum Standard werden. Offizielle Zahlen zur Verbreitung stehen jedoch noch aus, da weder die Gesundheitsbehörden noch Scanacs selbst entsprechende Daten veröffentlicht haben.






