Techniker Krankenkasse warnt vor steigenden Behandlungsfehlern in deutschen Kliniken
Claudia HoffmannTechniker Krankenkasse warnt vor steigenden Behandlungsfehlern in deutschen Kliniken
Techniker Krankenkasse meldet Anstieg von Verdachtsfällen auf Behandlungsfehler
Die deutsche Techniker Krankenkasse (TK) verzeichnet einen deutlichen Anstieg von Verdachtsfällen auf ärztliche Kunstfehler. Im Jahr 2025 registrierte die Kasse 7.540 Vorfälle – ein Plus von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahlen lösten Forderungen nach schärferen Kontrollen und mehr Transparenz im Gesundheitswesen aus.
Wie die aktuellen Daten zeigen, entfiel der größte Anteil der Verdachtsmomente auf chirurgische Eingriffe, die 29 Prozent aller Fälle ausmachten. Es folgten Zahnmedizin und Kieferorthopädie mit 17 Prozent sowie Gynäkologie und Geburtshilfe mit 11 Prozent. Zusammen deckten diese drei Fachbereiche mehr als die Hälfte der gemeldeten Vorfälle ab.
Etwa jeder dritte bestätigte Fall führte zu disziplinarischen oder juristischen Konsequenzen. Trotz der steigenden Meldungen wies Jonas Petersen, Behandlungsfehler-Experte der TK, auf ein zentrales Problem hin: Aktuelle Gesetze verbieten es der Krankenkasse, betroffene Versicherte proaktiv zu informieren.
TK-Vorstandsvorsitzender Jens Baas forderte daraufhin eine Kultur der größeren Verantwortung im Gesundheitssektor. Er schlug ein zentrales Meldesystem sowie verbindliche Meldepflichten für alle medizinischen Einrichtungen vor. Ziel sei es, die Patientensicherheit zu erhöhen und eine einheitliche Aufsicht über die Branche zu gewährleisten.
Die Zahlen für 2025 bestätigen einen klaren Aufwärtstrend bei Verdachtsfällen auf Behandlungsfehler, wobei chirurgische Fehler die Statistik anführen. Die TK-Vorschläge konzentrieren sich nun auf gesetzliche Reformen, die eine bessere Kommunikation mit Patienten und strengere Melderegeln ermöglichen sollen. Falls umgesetzt, könnten diese Änderungen die Erfassung und Aufarbeitung von medizinischen Fehlern in Deutschland grundlegend verändern.






