VdK-Präsidentin Bentele warnt vor sozialer Ungerechtigkeit bei Rente und Krankengeld
Lea HerrmannVdK-Präsidentin Bentele warnt vor sozialer Ungerechtigkeit bei Rente und Krankengeld
Der Sozialverband Deutschland (VdK) hat scharf die Regierungspläne zur Kürzung des Krankengeldes und zur Rentenreform kritisiert. VdK-Präsidentin Verena Bentele warnte, die geplanten Änderungen würden einkommensschwache Beschäftigte und chronisch Kranke unverhältnismäßig belasten. Zudem verurteilte sie die Vorhaben zur Senkung der gesetzlichen Rente als direkte Bedrohung für die Alterssicherung.
Besonders hart ging Bentele mit dem Vorstoß von Gesundheitsministerin Nina Warken ins Gericht, das Krankengeld zu kürzen – dies treffe vor allem schutzbedürftige Gruppen. Auch die Abschaffung der beitragsfreien Familienversicherung lehnte sie ab, da dies viele Haushalte in finanzielle Not bringen würde.
In der Rentendebatte widersprach Bentele scharf Kanzler Friedrich Merz' Vorschlag, die gesetzliche Rente nur noch als Grundsicherung auszugestalten. Dies sei "zynisch und realitätsfremd", betonte sie und verwies darauf, dass 38 Prozent der Beschäftigten keine privaten Rücklagen bilden könnten. Stattdessen müsse die gesetzliche Rente das Fundament der Alterssicherung bleiben, während private Vorsorge nur ergänzend wirken solle.
Darüber hinaus forderte Bentele, dass der Staat die nicht gedeckten Gesundheitskosten für Bürgergeld-Empfänger übernimmt. Zudem plädierte sie dafür, dass Besserverdiener höhere Beiträge in die gesetzliche Krankenversicherung zahlen, um eine gerechtere Verteilung der Lasten zu erreichen.
Die Warnungen des VdK unterstreichen die wachsende Sorge vor Altersarmut und ungleichem Zugang zu medizinischer Versorgung. Benteles Forderungen umfassen den Erhalt des Krankengeldes, die Sicherung des Rentenniveaus und eine stärkere Heranziehung von Spitzenverdienern. Ohne Kurskorrektur, so ihre Befürchtung, drohten Millionen Menschen im Alter und bei Krankheit noch größere finanzielle Unsicherheit.






