Warendorfs Stadtrat behält umstrittene Straßennamen gegen Bürgerwillen bei
Nina BauerWarendorfs Stadtrat behält umstrittene Straßennamen gegen Bürgerwillen bei
Der Stadtrat von Warendorf hat beschlossen, drei umstrittene Straßennamen beizubehalten. Die Entscheidung folgt auf eine längere Debatte darüber, ob Wagenfeldstraße, Agnes-Miegel-Weg und Heinrich-Tenhumberg-Straße umbenannt werden sollten. Trotz der Empfehlung einer Bürgerkommission, die Namen zu ändern, lehnte der Rat den Vorschlag ab.
Die Abstimmung erfolgte nach einem Bürgergremium, das aufgrund historischer Bedenken eine Umbenennung der Straßen vorgeschlagen hatte. Die Ratsmehrheit lehnte den Vorschlag jedoch ab – selbst Kompromisslösungen wie der Austausch des Agnes-Miegel-Zitats am Rathaus durch ein Spruch des ortsansässigen Autors Paul Schallück fanden keine Zustimmung.
Finanzielle Gründe spielten bei der Entscheidung eine zentrale Rolle. Der Rat schätzte die Kosten für den Austausch der Straßenschilder auf etwa 5.700 Euro – eine Summe, die als zu hoch erachtet wurde. Ratsmitglied André Wenning betonte zudem, dass die Meinung der Anwohner für die endgültige Entscheidung maßgeblich war.
Kritik an der Abstimmung ließ nicht lange auf sich warten. Reinhold Schoppmann, Vertreter eines Bürgerbündnisses, warf dem Rat vor, die Empfehlung der Kommission ignoriert zu haben. Währenddessen bleibt die Gedenktafel mit Miegels Zitat am Rathaus erhalten, sodass der aktuelle Zustand bestehen bleibt.
Mit dieser Haltung des Stadtrats bleiben die Straßennamen vorerst unverändert. Die Straßen behalten ihre ursprünglichen Bezeichnungen, und die bestehende Tafel am Rathaus wird nicht angefasst. Die Entscheidung spiegelt sowohl haushaltspolitische Grenzen als auch die Priorisierung der lokalen Meinung gegenüber externen Empfehlungen wider. Derzeit sind keine weiteren Schritte in dieser Angelegenheit geplant.






