18 March 2026, 01:15

Warum die elektronische Patientenakte an Bürokratie und mangelnder Praxisnutzung scheitert

Ein buntes Design auf der rechten Seite mit den Worten "AI, Apps, IoT" darauf vor einem weißen Hintergrund.

Warum die elektronische Patientenakte an Bürokratie und mangelnder Praxisnutzung scheitert

Deutschlands elektronische Patientenakte (ePA) steht seit ihrem Start 2021 in der Kritik. Ärzte und medizinisches Personal bemängeln, dass das System im Praxisalltag kaum Nutzen bringt, stattdessen aber unnötigen Verwaltungsaufwand schafft. Bedenken wegen unzureichendem Datenschutz und mangelnder Praxistauglichkeit haben das Vertrauen in das digitale Instrument weiter erschüttert.

In jüngsten Debatten haben Politiker und medizinische Verbände die Notwendigkeit wirksamerer digitaler Lösungen betont. Im Fokus stehen nun die Verbesserung der Interoperabilität, der Abbau von Bürokratie sowie der gleichberechtigte Zugang aller Patienten – unabhängig von ihrer Krankenversicherung – zu digitalen Dienstleistungen wie der Terminvergabe.

Die ePA sollte eigentlich die Verwaltung von Patientendaten vereinfachen, doch in Arztpraxen wird sie kaum genutzt. Bis 2026 hatte sich das Vertrauen sowohl bei Bürgern als auch bei Medizinern weiter verringert, wie Abgeordnete in Parlamentsdebatten feststellten. Ärzte klagen, dass das System zusätzlichen Aufwand verursacht, ohne im Praxisalltag spürbare Vorteile zu bieten.

Medizinische Fachverbände fordern, dass digitale Tools mehr leisten müssen als nur zu existieren – sie sollen die Arbeitsbelastung aktiv verringern. Vorschläge umfassen digitale Erstanamnesen und effizientere Terminmanagement-Systeme, um den Papierkram zu reduzieren. Ein zentrales Anliegen ist zudem die Interoperabilität: Verschiedene digitale Systeme müssen miteinander kommunizieren können, statt isolierte Insellösungen zu schaffen.

Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) hat sich zu Wort gemeldet und die Digitalisierung als entscheidend für die Zukunft der Gesundheitsversorgung bezeichnet. Er warnt vor Finanzierungslücken, insbesondere in der ambulanten Versorgung, die sich ohne die Unterstützung privater Versicherer verschärfen könnten. Ländliche Regionen sehen sich zusätzlichen Herausforderungen gegenüber und benötigen maßgeschneiderte Lösungen, die technische Grenzen und lokale Gegebenheiten berücksichtigen.

Der PKV drängt zudem auf eine zügigere Umsetzung, stabile Systeme und offenen Wettbewerb unter den Anbietern digitaler Lösungen. Eine verlässliche technische Infrastruktur gilt als grundlegend, um Vertrauen aufzubauen und die Akzeptanz bei Ärzten und Patienten zu erhöhen.

Die Probleme der ePA spiegeln die größeren Herausforderungen bei der Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens wider. Fortschritte werden nur gelingen, wenn die Systeme ihren Nutzen unter Beweis stellen – durch weniger Bürokratie und bessere Zugänglichkeit. Die nächsten Schritte hängen von stabiler Technik, fairer Finanzierung und Lösungen ab, die sowohl in städtischen als auch in ländlichen Praxen funktionieren.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
AKTUALISIERUNG

Niedrige Nutzung und technische Probleme plagen das ePA-System in Deutschland

Neue Berichte warnen vor den wachsenden Herausforderungen für das elektronische Patientenakten-System in Deutschland. Neue Erkenntnisse zeigen, dass 71 % der Benutzer ihre ePA-Konten nicht aktiv verwalten und 9 % sie vollständig löschen. Das Telematik-Infrastruktur-Netzwerk hat häufige Ausfälle, die die Funktionen von ePA, eAU und eRezept stören. Obwohl 70 Millionen Konten erstellt wurden, nutzen nur 3,6 % der Benutzer das System regelmäßig. Ärzte berichten über anhaltende Frustrationen mit der unstabilen Verbindung und den verpflichtenden Dateneingabeanforderungen seit Oktober 2025.