Wie ein Dorf in Baden-Württemberg das schnellste Internet Deutschlands baute – ganz ohne Fördergeld
Paul WagnerWie ein Dorf in Baden-Württemberg das schnellste Internet Deutschlands baute – ganz ohne Fördergeld
Ein kleines Dorf in Baden-Württemberg hat eines der schnellsten ländlichen Internetnetze Deutschlands aufgebaut – ganz ohne staatliche Förderung. Hohentengen am Hochrhein bietet seinen Einwohnern nun Geschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde, verwaltet von einem eigenen lokalen Team. Das Projekt gilt als Vorbild für andere ländliche Gemeinden, die nach Hochgeschwindigkeits-Internet streben.
Das kommunale Netz von Hohentengen erstreckt sich über 90 Kilometer, wobei mehr als 10.000 Kilometer Kabel verlegt wurden. Der eigene Kommunikationsbetrieb der Gemeinde, die MOKO, und die Betreibergesellschaft MKTH GmbH steuern das System. Ihr Ansatz vermeidet aufwendige Straßenbauarbeiten durch minimalinvasive Techniken – oft sind die Straßen noch am selben Abend wieder befahrbar.
Die Kosten des Projekts beliefen sich auf knapp 3 Millionen Euro, wobei eine Restschuld von 280.000 Euro verblieb. Obwohl die Gemeinde über ein Jahr auf die staatliche Genehmigung wartete, lehnte sie schließlich 2,25 Millionen Euro an Fördergeldern ab. Stattdessen setzte sie auf lokales Know-how und die Unterstützung der Bürgerschaft, um das Vorhaben voranzutreiben.
Heute nutzen 96 Prozent der Haushalte den Dienst und zahlen 69 Euro monatlich für Internet, Telefon und Fernsehen. Der Erfolg des Netzes hat Hohentengen zu einem Vorbild für den Ausbau ländlicher Breitbandversorgung gemacht.
Das selbstfinanzierte Netz zeigt, wie ländliche Regionen Hochgeschwindigkeits-Internet ohne lange Verzögerungen oder externe Hilfe erreichen können. Mit fast allen Einwohnern angeschlossen, ermutigt Hohentengen weiterhin andere Gemeinden, ähnliche Strategien zu übernehmen. Lokale Führung und Bürgerengagement bleiben der Schlüssel zum anhaltenden Erfolg.






