Wie ein syrischer Flüchtling in Bremen mit einem Repair-Café Nachhaltigkeit fördert
Lea HerrmannWie ein syrischer Flüchtling in Bremen mit einem Repair-Café Nachhaltigkeit fördert
Hinter der Bremer Heilig-Geist-Kirche betreibt Karem Hasan ein Repair-Café, in dem Anwohner kaputte Geräte kostenlos reparieren können. Die Initiative, die im sozialen Supermarkt Marktplatz der Begegnung ins Leben gerufen wurde, hat sich seit ihrer Eröffnung zu einer festen Größe im Stadtteil entwickelt. Hasan, ein ehemaliger Elektroniker aus Damaskus, hilft anderen nun dabei, die Lebensdauer ihrer Besitztümer zu verlängern – und bereitet sich gleichzeitig auf die neuen EU-Vorgaben zur Reparierbarkeit vor.
2018 kam Hasan nach Bremen, nachdem er aus Syrien geflohen war, wo er sowohl als Elektroniker als auch als Berufsschullehrer gearbeitet hatte. Bereits acht Monate nach seiner Ankunft in der Stadt eröffnete er das Repair-Café im Stadtteil Neue Vahr. Der Raum in der August-Bebel-Allee 276 empfängt Besucher jeden Samstag von 10 bis 14 Uhr, zusätzlich gibt es nach Feierabend auch unter der Woche Öffnungszeiten.
Im Café bietet Hasan kostenlose Reparaturen an und unterstützt Kunden bei der Suche nach Ersatzteilen. Seine Frau, Reham Alsalti, und ein Praktikant namens Andrii stehen ihm bei der täglichen Arbeit zur Seite. Das Projekt spiegelt sein langfristiges Engagement für die Gemeinschaft wider – ein Zeichen dafür ist auch sein Beitritt zur SPD im Dezember 2024.
Neue Gesetze, die im Juli in Kraft treten, werden Hasans Arbeit zusätzlich stärken. Die „Recht auf Reparatur“-Regelungen verpflichten Hersteller, Produkte so zu gestalten, dass sie leichter zu reparieren sind – und machen seine Rolle damit noch wirksamer. Hasan, inzwischen deutscher Staatsbürger, plant nicht, nach Syrien zurückzukehren. Er verweist auf die fehlende Infrastruktur und seinen Wunsch, für seine Familie eine stabile Zukunft in Bremen aufzubauen.
Das Repair-Café wächst weiter als lokale Anlaufstelle, hilft Anwohnern, Geld zu sparen, und reduziert Abfall. Mit den bevorstehenden gesetzlichen Änderungen wird Hasans Initiative weiteren Aufwind erhalten und die Bedeutung des Cafés für mehr Nachhaltigkeit unterstreichen. Die Einrichtung bleibt für alle offen – sie bietet nicht nur praktische Hilfe, sondern auch ein Gefühl von Gemeinschaft.






