Wie private E-Autos das Stromnetz stabilisieren können – Pilotprojekt liefert überraschende Ergebnisse
Claudia HoffmannWie private E-Autos das Stromnetz stabilisieren können – Pilotprojekt liefert überraschende Ergebnisse
Pilotprojekt zeigt: Private E-Autos können Stromnetz entlasten
Ein kürzlich durchgeführtes Pilotprojekt hat demonstriert, wie private Elektrofahrzeuge dazu beitragen können, die Belastung des deutschen Stromnetzes zu verringern. Unter dem Namen OctoFlexBW wurden über 700 batteriebetriebene Pkw aus Haushalten eingebunden und boten täglich eine Flexibilität von rund zwei Megawattstunden. Der Erfolg des Projekts hat nun zu einer Nachfolgeinitiative namens DataFleX geführt, die den Ansatz weiter ausbauen soll.
Im Rahmen von OctoFlexBW wurde die DA/RE-Plattform des Übertragungsnetzbetreibers TransnetBW mit dem KrakenFlex-System des Energieanbieters Octopus Energy verknüpft. Gemeinsam steuerten sie die Ladevorgänge in Zeiten hoher Netzauslastung. Fahrzeughalter konnten ihren gewünschten Ladezustand zu einem selbst festgelegten Zeitpunkt vorgeben, während ein Aggregator die tatsächliche Ladung an Strompreise und Netzanforderungen anpasste.
Durch die Einbindung von 700 Fahrzeugen erreichte das Projekt eine tägliche Flexibilitätskapazität von etwa zwei Megawattstunden. Damit ließ sich nachweisen, dass private E-Autos nahtlos in bestehende Redispatch-Maßnahmen integriert werden können. Das Projektteam geht nun davon aus, dass eine Skalierung erhebliche Auswirkungen haben könnte: Eine Million Elektrofahrzeuge könnten täglich mehrere Gigawattstunden an Flexibilität bereitstellen und so einen großen Teil des aktuellen Redispatch-Bedarfs in Deutschland decken.
Aufbauend darauf zielt die DataFleX-Initiative darauf ab, mehr als 5.000 zusätzliche dezentrale Ressourcen einzubinden – darunter Haushalte mit Wärmepumpen, Heimspeichern und Elektrofahrzeugen. Dadurch soll die Gesamtkapazität auf über ein Megawatt steigen. Das Projekt wird in den Netzgebieten von TenneT Deutschland und TransnetBW umgesetzt.
Die Partner prüfen zudem, wie das Modell auf andere Netzebenen, Regelzonen oder sogar europäische Plattformen übertragen werden könnte. Gleichzeitig fordern sie eine Anpassung der Redispatch-Regularien, um dezentrale Flexibilität künftig besser zu fördern.
Das Pilotprojekt hat bereits gezeigt, dass private Elektroautos einen Beitrag zur Stabilisierung der Stromnachfrage leisten können. Mit der Einbindung tausender weiterer Assets im Rahmen von DataFleX könnte der Ansatz bald einen spürbaren Beitrag zur deutschen Energieversorgung leisten. Weitere regulatorische Anpassungen könnten das Potenzial dezentraler Flexibilität noch weiter erschließen.






