Zikaden bedrohen deutsche Ernten: Bauernverband warnt vor Ertragseinbrüchen ohne Pestizide
Lea HerrmannZikaden bedrohen deutsche Ernten: Bauernverband warnt vor Ertragseinbrüchen ohne Pestizide
Deutsche Landwirte sehen sich wachsenden Herausforderungen durch Zikaden der Art Hyalesthes obsoleta gegenüber, einem Schädling, der Pflanzenkrankheiten in wichtigen Nutzpflanzen verbreitet. Der Deutsche Bauernverband (DBV) warnt, dass ohne chemische Pestizide einige Grundnahrungsmittel in Deutschland künftig nicht mehr wirtschaftlich angebaut werden könnten. Gleichzeitig verschärfen sich die Debatten über Pestizidregulierungen, da Notfallzulassungen für verbotene Wirkstoffe immer häufiger werden.
Die Schilf-Glasflügelzikade hat sich zu einer ernsten Bedrohung für Zuckerrüben, Kartoffeln und Gemüse entwickelt. Die Insekten wandern in die Felder ein und übertragen Krankheitserreger, die die Qualität der Ernte mindern. Landwirte sind auf chemischen Pflanzenschutz angewiesen, um ihre Erträge zu stabilisieren und finanzielle Verluste zu vermeiden – besonders angesichts strenger Qualitätsstandards und enger Produktionspläne.
Die EU hat Neonikotinoide, eine Gruppe von Pestiziden, die gegen Zikaden eingesetzt werden, wegen ihrer schädlichen Auswirkungen auf Bestäuber eingeschränkt oder verboten. Dennoch sind Notfallgenehmigungen für diese Chemikalien inzwischen zur Routine geworden. Der Deutsche Bauernverband argumentiert, dass der Verlust wichtiger Pestizide bestimmte Kulturen unwirtschaftlich machen könnte, und drängt auf dauerhafte Zulassungen der Wirkstoffe.
Die Schädlinge gedeihen besonders in modernen Anbausystemen, wo riesige Monokulturen und begrenzte Fruchtfolgen ideale Bedingungen schaffen. Dies hat zu wiederholten Forderungen nach Reformen der Pestizidzulassungspolitik geführt – vor allem, da sich auch die Schilf-Glasflügelzikade, eine weitere Zikadenart, in Deutschland ausbreitet.
Der Konflikt zwischen landwirtschaftlichen Erfordernissen und Umweltschutz bleibt ungelöst. Landwirte betonen, dass chemische Bekämpfungsmittel unverzichtbar sind, um die Produktion aufrechtzuerhalten, während die Behörden unter Druck stehen, Schädlingsbekämpfung und Bienenschutz in Einklang zu bringen. Die Entscheidung wird prägen, wie Deutschland in den kommenden Jahren seine Grundnahrungsmittel anbaut.






