31 March 2026, 14:22

400-Euro-Verlust: Wie ein Aut-idem-Fehler eine Apotheke in die Bredouille bringt

Schwarze-weiße Werbung für eine Apotheke in Rom, die einen Mann und eine Frau zeigt, die nebeneinander stehen, mit Text, der die Apotheke und ihre Dienstleistungen beschreibt.

400-Euro-Verlust: Wie ein Aut-idem-Fehler eine Apotheke in die Bredouille bringt

Ein Apothekenbesitzer in Deutschland steht vor einem finanziellen Verlust von fast 400 Euro, nachdem ein Rezepturfehler zu einer unerwarteten Rückforderung führte. Das Problem entstand, als auf einem Rezepte für ein Schmerzmittel das Aut-idem-Feld angekreuzt war – was bedeutet, dass ausschließlich das genaue Markenmedikament abgegeben werden durfte. Daraufhin verweigerte die Krankenkasse die Übernahme der Mehrkosten, sodass die Apotheke auf den Kosten sitzen blieb.

Der Fall nahm seinen Lauf, als einem Patienten für ein Schmerzmittel 380 Euro zusätzlich in Rechnung gestellt wurden. Die Krankenkasse hatte den Festbetrag für die Erstattung gesenkt, doch wegen des Aut-idem-Häkchens blieb der Apotheke keine Wahl, als das spezifische Markenpräparat auszugeben. Der behandelnde Arzt hätte das Kreuz entfernen müssen, um ein günstigeres Generikum zu ermöglichen und die Zusatzkosten zu vermeiden.

Der Deutsche Apothekerverband bestätigte später, dass die Rückforderung berechtigt war. Da das Rezept keine Rabattvertragsverpflichtung enthielt, musste die Apotheke die Differenz tragen. Der Besitzer legte Widerspruch ein, doch dieser wurde abgelehnt – die volle finanzielle Last blieb bei ihm hängen.

Das ist nicht der einzige Problemfall für die Apotheke. Zwei weitere Rückforderungsstreitigkeiten wegen gefälschter Rezepte laufen derzeit und bringen zusätzliche Verluste von 500 Euro mit sich. Bei rund 7.000 Einwohnern, die auf die Apotheke angewiesen sind, fällt es dem Personal schwer, bei der hohen Rezeptflut jede Unregelmäßigkeit zu erkennen.

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Während es in größeren Fällen von Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen Meldungen gibt – etwa die DAK, die 2022–2023 in über 4.000 Fällen 12,5 Millionen Euro zurückforderte –, bleiben konkrete Daten zu Aut-idem-Fehlern oder Rezeptfälschungen in Apotheken unklar. Bisher wurden keine offiziellen Maßnahmen von Krankenkassen oder Apothekerkammern bekannt, um solche Vorfälle zu verhindern.

Die Apotheke steht nun vor einem Gesamtverlust von fast 900 Euro durch diese Rückforderungsfälle. Ohne Änderungen bei der Rezeptprüfung oder in den Richtlinien der Kassen könnten ähnliche finanzielle Risiken auch andere Apotheken treffen. Der Besitzer muss die Streitfälle weiter bewältigen – parallel zum täglichen Betrieb für tausende Patienten.

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