Alma Hasun bezaubert Wiens Theaterwelt mit emotionalen Tiefen und literarischer Brillanz
Paul WagnerAlma Hasun bezaubert Wiens Theaterwelt mit emotionalen Tiefen und literarischer Brillanz
Die Schauspielerin Alma Hasun hat sich in der Wiener Theaterszene einen Namen für ihre intensiven Darbietungen gemacht. Ihre jüngsten Rollen reichen von einer Pianistin, die mit Verlust kämpft, bis hin zu einer Tochter, die sich mit ihrem Vater wieder verbindet. Jede Produktion unterstreicht ihr tiefes Engagement für komplexe Figuren und anspruchsvolles Material.
Anfang dieses Jahres übernahm Hasun in Ganymed Areal eine körperlich wie emotional fordernde Rolle – eine ortsspezifische Stationentheater-Aufführung im Otto-Wagner-Areal in Wien-Penzing. Die dreistündige Inszenierung zeigte sie als Pianistin, die die Fähigkeit zu spielen verloren hat. Das Publikum begleitete ihre Figur auf einer Reise durch den weitläufigen, historischen Raum.
Am Wiener Kammerspiele-Theater brillierte sie in Sophia oder Das Ende der Humanisten als Tochter, die ihren Vater zu dessen 60. Geburtstag besucht. Die Matinee begann um 15 Uhr und dauerte zweieinhalb Stunden – ein weiterer Beweis für ihre Fähigkeit, dramatische Spannung über lange Zeit zu halten.
Hasuns Vorbereitung auf Rollen umfasst oft eine intensive Auseinandersetzung mit Literatur. Während der Proben zu Die Kostverköstiger fand sie Inspiration in Margot Friedländers Memoiren Versuch, dein Leben zu machen, einer bewegenden Erzählung über Überleben und Widerstandskraft. Ihre Verbindung zur russischen Literatur ist ebenfalls tief verwurzelt: Sie stand bereits in Werken von Anton Tschechow auf der Bühne, zuletzt in Onkel Wanja am Theater in der Josefstadt. Unter Tschechows Er und Sie-Sammlung bleibt Der dumme Franzose ihr Favorit – eine Wahl, die ihren Sinn für Witz und Ironie verrät.
Hasuns Karriere blüht weiter durch herausfordernde, zum Nachdenken anregende Rollen. Ob immersives Freilichttheater oder intime Charakterstudien – ihre Darstellungen vereinen literarische Tiefe mit roher emotionaler Kraft. Künftige Projekte werden voraussichtlich ihr breites Spektrum und ihre Hingabe an die Schauspielkunst weiter unter Beweis stellen.






