Apotheken in Pforzheim streiken für faire Vergütung – nur eine bleibt offen
Paul WagnerApotheken in Pforzheim streiken für faire Vergütung – nur eine bleibt offen
Apotheken in Pforzheim und im Enzkreis schließen am Montag in Protest gegen ausbleibende Gebührenanpassungen
Am Montag, den 24. März 2026, bleiben die Apotheken in Pforzheim und im Landkreis Enzkreis geschlossen. Mit dem Streik protestieren sie gegen seit Jahren stagnierende Vergütungen. Die Aktion wird vom Landesapothekerverband Baden-Württemberg (LAV) organisiert und zielt auf faire Bezahlung ab. Lediglich die Christoph-Apotheke hält geöffnet – sie ist als Notdienstapotheke eingesetzt.
Die letzte Anpassung der Apothekengebühren erfolgte 2013, doch viele halten die damlige Erhöhung für zu gering, um spürbare Auswirkungen zu haben. Andreas Plommer, Inhaber der Christoph-Apotheke, betonte, ein kompletter Stillstand aller Apotheken – inklusive der Notdienste – hätte ein stärkeres Signal gesendet. Seiner Meinung nach sei die Patientenversorgung über Krankenhäuser deutlich teurer als die Behandlung vor Ort in den Apotheken.
Christian Kraus, Vorsitzender des LAV-Kreisverbands Pforzheim, rief die Apothekenteams auf, sich in Arbeitskleidung vor der Christoph-Apotheke zu versammeln – mit Plakaten und Flugblättern. Er räumte ein, dass es großen Überzeugungsaufwand bedurfte, fast alle Apotheken der Region für den Protest zu schließen. Gleichzeitig planten benachbarte Apotheken eine Solidaritätskundgebung vor der Christoph-Apotheke, um ihre Unterstützung zu zeigen.
Trotz des Streiks bleiben die Notdienstapotheken in ganz Deutschland geöffnet, um die Grundversorgung sicherzustellen. Plommer organisierte für seine Apotheke fünf Mitarbeiter für den Vormittag und vier für den Nachmittag, um den Betrieb während der Protestaktion aufrechtzuerhalten.
Der Streik unterstreicht die langjährigen Forderungen nach einer Anpassung der Apothekenvergütungen. Da fast alle Standorte in Pforzheim und im Enzkreis geschlossen bleiben, hoffen die Organisatoren, dass die Aktion zu spürbaren Veränderungen führt. Die Christoph-Apotheke bleibt als einzige in der Region aufgrund ihres Notdienstes geöffnet.






