ARD und ZDF vernachlässigen Wirtschaftsthemen in Talkshows – INSM-Studie enthüllt Ungleichgewicht
Paul WagnerARD und ZDF vernachlässigen Wirtschaftsthemen in Talkshows – INSM-Studie enthüllt Ungleichgewicht
Ein neuer Bericht kritisiert die öffentlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF dafür, in ihren Talkshows wirtschaftliche Themen zu vernachlässigen. Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) wirft den Sendern vor, in Diskussionen über die Wirtschaft zu wenige Vertreter aus der Wirtschaft einzubinden. Eine Auswertung von 284 Folgen im Jahr 2025 ergab, dass sich nur ein Fünftel mit Wirtschaftspolitik beschäftigte – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu 2023.
Laut der INSM-Studie behandelten lediglich 20 Prozent der untersuchten Talkshows im Jahr 2025 wirtschaftliche Themen, während es zwei Jahre zuvor noch 33 Prozent gewesen waren. Selbst wenn es um Wirtschaft ging, fehlten oft Vertreter aus der Praxis: In 32 Prozent dieser Sendungen kamen weder Unternehmer noch Branchenexperten zu Wort.
Die Gästezusammenstellung zeigte ein klares Ungleichgewicht. Politiker machten 41 Prozent der Teilnehmer aus, Journalisten 27 Prozent. Ökonomen waren in 14 Prozent der Fälle vertreten, Unternehmer jedoch nur zu 5 Prozent, Verbandsvertreter sogar nur zu 2 Prozent.
Die Leistungen der einzelnen Formate fielen unterschiedlich aus. hart aber fair widmete 39 Prozent seiner Sendungen wirtschaftlichen Themen und bezog dabei stets Vertreter der Wirtschaft ein. Demgegenüber schnitt Maischberger schlecht ab: In 80 Prozent der wirtschaftsbezogenen Folgen fehlte jede unternehmerische Perspektive.
INSM-Geschäftsführer Thorsten Alsleben warf den Sendern vor, ihrem Auftrag zu ausgewogener Berichterstattung nicht nachzukommen. Er forderte, mehr Praktiker einzuladen, da deren Einsichten entscheidend seien, um die wirtschaftliche Lage zu verstehen und zu verbessern.
Der Bericht verdeutlicht einen Rückgang der Wirtschaftsberichterstattung und eine mangelnde Repräsentation von Unternehmen in öffentlichen Talkshows. Da Politiker und Journalisten die Diskussionen dominieren, besteht die INSM auf eine Anpassung der Gästeauswahl, um ein breiteres Meinungsspektrum abzubilden. Die Ergebnisse deuten auf Reformbedarf hin, wie wirtschaftliche Themen den Zuschauern vermittelt werden.






