Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Kasperl, Pumuckl und Knödelwerfer
Nina BauerWenn es grün ist, hoppeln Sie weiter - spezielle Verkehrslichtszenen auf dem Vormarsch - Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Kasperl, Pumuckl und Knödelwerfer
Mehrere bayerische Städte ersetzen klassische Fußgängerampeln durch lokale Kulturikonen
Die Umstellung spiegelt einen verspielt-kreativen Trend wider, bei dem Gemeinden ihr kulturelles Erbe in alltäglichen Straßenelementen feiern. Die Bewohner reagieren begeistert auf die kreativen Entwürfe.
Augsburg machte den Anfang mit seiner "Kasperl"-Ampel und erhielt dafür eine Sondergenehmigung von der Regierung des Regierungsbezirkes Schwaben. Die Figur, eine traditionelle Handpuppenfigur, leitet Fußgänger nun an ausgewählten Übergängen. Die Nachbarstadt Nürnberg führte dagegen Albrecht Dürers "Feldhase" ein – ohne offizielle Erlaubnis einzuholen. Die Stadt argumentiert, sie trage selbst die Verantwortung für den Betrieb und mögliche Vorfälle.
Hof scheiterte zunächst mit dem Antrag, den "Wärschtlamo" – einen beliebten lokalen Würstchenverkäufer – auf Ampeln abzubilden. Nach einer erneuten Prüfung gab die Behörde jedoch grünes Licht, sodass die Kultfigur nun zu sehen ist. München hingegen installierte drei "Pumuckl"-Ampeln, die an den frechen Kobold aus Kinderbüchern erinnern. Straubing entschied sich für "Bruder Straubinger", einen historischen Mönch, während Dachau Figuren in traditioneller bayerischer "Tracht" zeigt.
Deggendorf schloss sich dem Trend an und brachte eine Ampel mit einer Frau, die Knödel wirft – eine Hommage an die kulinarische Tradition der Region. Trotz der Präferenz des Bayerischen Innenministeriums für einheitliche Designs behalten die Kommunen das Recht, Änderungen vorzunehmen, sofern sie sich mit den regionalen Aufsichtsbehörden abstimmen.
Die thematischen Ampeln sind zu einer humorvollen Möglichkeit geworden, mit der bayerische Städte lokale Identität präsentieren. Jedes Design steht für ein einzigartiges kulturelles Symbol – von historischen Persönlichkeiten bis hin zu kulinarischen Besonderheiten. Zwar bevorzugt der Freistaat Einheitlichkeit, doch die Initiative geht auf kommunale Eigenverantwortung und öffentliche Zustimmung zurück.






