Bielefelds neues Jugendgerichtszentrum setzt auf Prävention statt Strafe
Paul WagnerBielefelds neues Jugendgerichtszentrum setzt auf Prävention statt Strafe
In Bielefeld hat ein neues Jugendgerichtszentrum seine Türen geöffnet – es ist bereits die achte Einrichtung dieser Art in Nordrhein-Westfalen. Das Zentrum soll junge Straftäter über die rechtlichen Konsequenzen ihres Handelns aufklären und ihnen gleichzeitig strukturierte Unterstützung bieten. Ein weiteres ähnliches Projekt ist bereits für Duisburg geplant.
Das erste Jugendgerichtszentrum des Landes wurde 2009 in Köln eingerichtet. 2012 folgte Paderborn, wo die Einrichtung heute jährlich rund 50 junge Menschen begleitet. Landesweit gibt es inzwischen etwa 20 solche Zentren, die Programme wie soziales Training und Beratung anbieten und damit jährlich zwischen 5.000 und 6.000 Jugendliche erreichen.
Das neue Zentrum in Bielefeld liegt verkehrsgünstig in der Nähe des Hauptbahnhofs. Hier arbeiten Staatsanwaltschaft, Polizei und Jugendhilfe eng zusammen, um problematisches Verhalten junger Straftäter zu bearbeiten. Die Teilnehmer werden individuell für das Programm ausgewählt, das ihnen feste Ansprechpartner und maßgeschneiderte Hilfsangebote bietet.
Zwar gibt es keine genauen Zahlen zur Kriminalprävention, doch der kooperative Ansatz zwischen Behörden und sozialen Diensten hat sich als zentraler Baustein im Kampf gegen Jugendkriminalität etabliert. Das Modell setzt auf frühe Intervention und kontinuierliche Begleitung statt allein auf strafende Maßnahmen.
Mit dem neuen Zentrum wird das Netzwerk der Jugendgerichtsinitiativen in Nordrhein-Westfalen weiter gestärkt. Da in Duisburg bereits eine weitere Einrichtung geplant ist, expandiert das Programm kontinuierlich. Die Behörden werden genau beobachten, wie sich das Angebot auf die Rückfallquote junger Straftäter in der Region auswirkt.






