Boris Palmer bleibt Tübingens Oberbürgermeister – und sagt Ministeramt ab
Claudia HoffmannStreit um Ministerpost: Palmer will Tübingen als Bürgermeister erhalten - Boris Palmer bleibt Tübingens Oberbürgermeister – und sagt Ministeramt ab
Tübingens parteiloser Oberbürgermeister Boris Palmer hat bekannt gegeben, in seinem aktuellen Amt zu bleiben. Seine Entscheidung fällt nach wochenlanger Spekulation über eine mögliche Ministerposition in der nächsten Landesregierung Baden-Württembergs.
Der Schritt folgt einer historischen Pattsituation bei der Landtagswahl, bei der sowohl die Grünen als auch die CDU jeweils 56 Sitze errangen.
Am 8. März 2026 endete die Landtagswahl in Baden-Württemberg mit einem seltenen Gleichstand: Die Grünen erreichten 30,2 Prozent der Stimmen, während die CDU auf 29,7 Prozent kam – beide Parteien erhielten damit jeweils 56 Sitze. Ohne klare Mehrheit blieben Koalitionsgespräche der einzige Weg nach vorn, geführt vom Grünen-Kandidaten Cem Özdemir und CDU-Landesvorsitzendem Manuel Hagel.
Palmer, der als Anwärter auf einen Ministerposten gehandelt worden war, bestätigte nun seinen Entschluss, Oberbürgermeister Tübingens zu bleiben. Die Nachricht übermittelte er zunächst persönlich an Özdemir, bevor er sich gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) äußerte.
Mit der Entscheidung des Oberbürgermeisters entfällt ein möglicher Kandidat für das künftige Kabinett des Landes. Die Koalitionsverhandlungen werden nun ohne seine Beteiligung fortgesetzt. Tübingen hingegen behält seinen langjährigen, parteilosen Spitzenpolitiker.