29 March 2026, 18:21

Bundesregierung will Alkoholregeln für Jugendliche drastisch verschärfen

Karte von Australien, die den Prozentsatz von unteralterigen Teenagern in jedem Bundesstaat mit roter Schattierung hervorhebt.

Bundesregierung will Alkoholregeln für Jugendliche drastisch verschärfen

Die Bundesregierung plant eine Verschärfung der Alkoholgesetze für Jugendliche. Ein neuer Gesetzentwurf von Familienministerin Karin Prien sieht vor, die bisherige Ausnahmeregelung abzuschaffen, die es 14- und 15-Jährigen erlaubt, in Begleitung ihrer Eltern Bier, Wein oder Sekt zu trinken. Begründet wird die Änderung mit der Notwendigkeit, die wachsende Gefahr von Suchterkrankungen unter jungen Menschen einzudämmen.

Die Debatte über den Alkoholkonsum von Jugendlichen hat in den letzten Jahren an Fahrt aufgenommen. Zwar ist der regelmäßige Alkoholkonsum bei 12- bis 17-Jährigen von 21,2 Prozent im Jahr 2004 auf 9,7 Prozent im Jahr 2023 zurückgegangen, doch bleibt das sogenannte Komasaufen ein großes Problem. Studien wie der OECD-Bericht Gesundheit auf einen Blick 2025 zeigen, dass früher Alkoholkonsum mit langfristigen Gesundheitsrisiken wie Krebs und psychischen Erkrankungen verbunden ist. Kampagnen wie Kinder ohne Alkohol und Nikotin, die im Februar 2026 aktualisiert wurden, fordern daher strengere Regeln – darunter eine Anhebung des Mindestalkoholalters auf 18 bis 21 Jahre sowie verpflichtende Warnhinweise auf Alkoholprodukten.

Der neue Entwurf ist Teil einer umfassenderen Reform des Kinder- und Jugendschutzgesetzes und zielt direkt auf die sogenannte "kontrollierte Alkoholabgabe" ab. Bisher dürfen 14- und 15-Jährige bestimmte alkoholische Getränke legal kaufen und konsumieren, sofern sie von einem Elternteil oder Erziehungsberechtigten begleitet werden. Im Entwurf des Ministeriums heißt es, dass die Schließung dieser Regelungslücke dazu beitragen soll, das "wachsende Problem der Alltagssüchte" bei Jugendlichen zu bekämpfen.

Der Vorschlag befindet sich derzeit in der Anhörungsphase mit beteiligten Interessenvertretern. Bei Zustimmung könnte der Bundestag das Gesetz noch bis Ende des Jahres verabschieden. Die Änderung würde einen Kurswechsel in der deutschen Jugendpolitik bedeuten: Durch den Wegfall der elterlichen Aufsicht als rechtliche Ausnahme will die Regierung den frühen Kontakt mit Alkohol reduzieren. Die Neuregelung steht im Zusammenhang mit weiteren Forderungen nach strengeren Werbevorschriften und klareren Gesundheitswarnungen auf Alkoholprodukten.

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