13 April 2026, 14:21

Cannabis-Beschlagnahmungen in Deutschland explodieren – trotz Legalisierung

Gruppe von Menschen, die um ein Auto mit einem "Legalise Cannabis Ireland"-Schild stehen, umgeben von Gebäuden unter einem klaren blauen Himmel, mit Papieren im Auto

Cannabis-Beschlagnahmungen in Deutschland explodieren – trotz Legalisierung

Deutschland verzeichnet Rekordanstieg bei Cannabis-Beschlagnahmungen

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In den vergangenen zwei Jahren hat Deutschland einen beispiellosen Anstieg bei der Beschlagnahmung von Cannabis erlebt. 2024 konfiszierten die Behörden rund 24 Tonnen – doch bereits 2025 verdoppelte sich diese Menge. Der starke Anstieg wirft Fragen über die Auswirkungen der teilweisen Legalisierung auf den illegalen Drogenhandel auf.

Der deutliche Zuwachs begann 2024, als Polizei und Zoll gemeinsam etwa 24 Tonnen Cannabis sicherstellten. Ein Jahr später beschlagnahmte der Zoll allein bereits über 50 Tonnen – mehr als das Doppelte des Vorjahres. Sicherheitsbehörden führen den Anstieg auf einen wachsenden Schwarzmarkt zurück, der ihrer Einschätzung nach seit der teilweisen Legalisierung an Umfang gewonnen hat.

Forscher sehen die Entwicklung jedoch anders. Jakob Manthey, Experte am Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung, argumentiert, dass die Nachfrage nach illegalem Cannabis tatsächlich gesunken sei. Wissenschaftliche Studien bestätigen diese Sicht: Demnach gab es seit der Gesetzesänderung keinen signifikanten Anstieg des Gesamtkonsums. Gleichzeitig sind die Importe von medizinischem Cannabis stark gestiegen – ein Hinweis darauf, dass sich die Beschaffungswege der Droge verschoben haben.

Untersuchungen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung deuten auf einen weiteren Faktor hin: Schmuggler verändern offenbar ihre Routen. Diese taktische Anpassung könnte erklären, warum der Zoll trotz rückläufiger Nachfrage nach illegalem Cannabis größere Mengen beschlagnahmt.

Die Rekord-Beschlagnahmungen zeichnen ein komplexes Bild des deutschen Cannabismarktes. Zwar haben die gesetzlichen Änderungen die Importe von Medizinprodukten gesteigert und möglicherweise die illegale Nachfrage verringert, doch die Behörden sehen sich weiterhin einem wachsenden Schwarzmarkt gegenüber. Der Trend deutet darauf hin, dass sich Schmuggler anpassen – mit der Folge häufigerer und umfangreicherer Konfiszierungen.

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