Deutsche Bahn friert Fernverkehrspreise ein – doch Fahrgäste fordern mehr
Paul WagnerDeutsche Bahn friert Fernverkehrspreise ein – doch Fahrgäste fordern mehr
Die Deutsche Bahn hat zugesagt, die Preise für Fernverkehrstickets ab dem 1. Mai ein Jahr lang stabil zu halten. Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der das Unternehmen mit steigenden Energiekosten zu kämpfen hat. Doch Fahrgastverbände halten den Schritt für unzureichend.
Vorstandschefin Evelyn Palla kündigte die Preisfixierung als Reaktion auf die anhaltende Energiekrise an. Die Maßnahme soll Reisenden in wirtschaftlich unsicheren Zeiten finanzielle Entlastung bieten.
Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisierte die Ankündigung umgehend. Detlef Neuß, der Ehrenvorsitzende der Organisation, forderte stattdessen eine vorübergehende Preissenkung. Stabil gehaltene Tarife seien angesichts der aktuellen Herausforderungen nicht ausreichend, argumentierte er.
Neuß verwies zudem auf anhaltende Qualitätsprobleme im Service als Begründung für seine Haltung. Häufige Verspätungen und Zugausfälle hätten die Fahrgäste verärgert – eine Preiserhöhung sei unter diesen Umständen für ihn nicht vertretbar. Zudem variierten die Preise im Fernverkehr bereits je nach Strecke und Nachfrage, ohne dass es einheitliche Tarife gebe.
Die Deutsche Bahn setzt die Ticketpreise damit bis Mai 2025 fest. Fahrgastvertreter bestehen jedoch darauf, dass die Bahn mehr tun müsse, um Bezahlbarkeit und Zuverlässigkeit zu verbessern. Die Debatte zeigt die Spannung zwischen Kostendruck und den Erwartungen der Reisenden.






