Deutschland plant milliardenschwere Privatisierung der Ex-Gazprom-Tochter Sefe
Paul WagnerDeutschland plant milliardenschwere Privatisierung der Ex-Gazprom-Tochter Sefe
Deutschland treibt die Pläne zur Privatisierung von Sefe voran, der ehemaligen Gazprom-Tochter in Deutschland. Die Bundesregierung strebt an, durch eine Kapitalerhöhung zwischen 1,5 und 2,4 Milliarden Euro einzunehmen. Aktuell werden die Zukunftsperspektiven des Unternehmens diskutiert, darunter auch eine mögliche Fusion mit Uniper, einem weiteren großen deutschen Gasimporteur.
Unterdessen bleiben die Spannungen um die Gasversorgung in Osteuropa bestehen. Gazprom hat gedroht, ab Januar 2023 die Gaslieferungen an die Republik Moldau einzustellen, während die USA eine vorübergehende Ausnahme von Sanktionen für ein russisch kontrolliertes serbisches Ölunternehmen verlängert haben.
Die deutsche Regierung hält derzeit die vollständigen Anteile an Sefe, nachdem sie 2022 die Kontrolle von Gazprom übernommen hatte. Nach EU-Vorgaben muss Berlin seinen Anteil bis Ende 2028 um mindestens 75 Prozent reduzieren. Der erste Schritt sieht eine Kapitalerhöhung in Höhe von 1,8 bis 2,4 Milliarden Dollar vor, gefolgt von weiteren Anteilsverkäufen.
Der Vorstandsvorsitzende von Sefe hat bestätigt, dass das Unternehmen nicht zerschlagen oder seine Vermögenswerte einzeln veräußert werden. Stattdessen plant das Unternehmen, seine Kerngeschäfte intakt zu halten. Gleichzeitig prüft Berlin eine mögliche Fusion zwischen Sefe und Uniper, die den deutschen Gasimportmarkt neu gestalten könnte.
In der Republik Moldau verschärft sich unterdessen die Gaskrise. Gazprom wirft dem Land vor, unbeglichene Schulden zu haben, und droht mit einer Lieferunterbrechung ab dem 1. Januar 2023. Als Reaktion erwägt die moldawische Regierung die Verstaatlichung ihres Gasversorgers Moldovagaz.
Auch die USA haben in der Region reagiert und eine letzte einmonatige Sanktionausnahme für die Naftna Industrija Srbije (NIS) erteilt, ein serbisches Ölunternehmen, das mehrheitlich in russischem Besitz ist. Die Ausnahme gewährt zwar vorübergehende Entlastung, lässt die langfristige Unsicherheit im serbischen Energiesektor jedoch bestehen.
Die Privatisierung von Sefe markiert einen bedeutenden Wandel im deutschen Energiesektor – mit einer Kapitalerhöhung von bis zu 2,4 Milliarden Euro und einer möglichen Konsolidierung durch eine Fusion mit Uniper. Bis 2028 muss der staatliche Anteil deutlich reduziert werden, was die Eigentumsstruktur des Unternehmens grundlegend verändern wird.
In Osteuropa birgt der Gasstreit zwischen der Republik Moldau und Gazprom das Risiko von Versorgungsengpässen, während Serbien mit der NIS vor einer ungewissen Zukunft steht, da die US-Sanktionsausnahmen auslaufen. Diese Entwicklungen unterstreichen die anhaltenden Energiespannungen zwischen Europa und Russland.






