Deutschland setzt auf Syriens Wiederaufbau – Milliardenchancen für Unternehmen
Claudia HoffmannDeutschland setzt auf Syriens Wiederaufbau – Milliardenchancen für Unternehmen
Deutschland intensiviert seine Bemühungen, die wirtschaftlichen Beziehungen zu Syrien wieder aufzubauen, da das Land Anzeichen einer Erholung zeigt. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche traf kürzlich den syrischen Präsidenten Ahmed al-Sharaa – ein Zeichen für das wachsende Interesse an Handel und Wiederaufbauprojekten. Deutsche Unternehmen ergreifen zunehmend die Initiative, um Chancen in dem vom Krieg gezeichneten Land zu nutzen.
Die wirtschaftliche Lage Syriens wirkt nach Jahren des Konflikts stabiler. Die Regierung hat neue Banknoten eingeführt und das Land wieder an das SWIFT-Bankensystem angeschlossen, was Finanztransaktionen erleichtert. Auch der Bertelsmann-Transformationsindex stuft Syrien als das Land mit den größten Fortschritten bei politischen Reformen unter den bewerteten Staaten ein.
Doch der Wiederaufbau bleibt eine gewaltige Herausforderung: Die Weltbank schätzt die Kosten auf 216 Milliarden US-Dollar. Dennoch haben die Golfstaaten bereits Investitionen in Höhe von über 28 Milliarden US-Dollar zugesagt. Die staatseigene deutsche KfW-Bank hat Fördermittel in Höhe von 119 Millionen Euro für syrische Projekte bewilligt, während Siemens Energy Wege zur Modernisierung des Stromnetzes prüft.
Deutsche Unternehmen handeln schnell, um sich frühzeitig zu positionieren. Der bayerische Hersteller Knauf unterzeichnete eine Absichtserklärung zum Bau eines Gipswerks in Syrien. Ministerin Reiche äußerte sich bei ihrem Treffen mit al-Sharaa optimistisch über eine "blühende Handelsbeziehung". Die syrische Wirtschaft könnte bis 2026 ein BIP von 60 bis 65 Milliarden US-Dollar erreichen, bei einem Staatshaushalt von 10,5 Milliarden US-Dollar.
Der Wiederaufbau gewinnt an Fahrt, während die syrische Regierung wichtige Finanzreformen umsetzt. Deutsche Unternehmen und staatlich unterstützte Fonds bereiten sich auf langfristiges Engagement vor. Mit bereits zugesagten Milliardeninvestitionen rückt nun die Umsetzung der Zusagen in konkrete Projekte vor Ort in den Fokus.






