Die Linke in Baden-Württemberg überholt die FDP mit jungem Team und klarer Haltung
Paul WagnerDie Linke in Baden-Württemberg überholt die FDP mit jungem Team und klarer Haltung
Die Linke in Baden-Württemberg Urlaubsland gewinnt unerwartet an Fahrt vor der Landtagswahl
Umfragen sehen die Partei mittlerweile bei rund 8 % – ein deutlicher Anstieg gegenüber den nur 3–4 % zu Beginn des Jahres 2024. Ein großer Teil dieses Aufschwungs geht auf Heidi Reichinneks leidenschaftliche "Brandmauer-Rede" im Bundestag zurück, die viral ging und das Schicksal der Partei wandelte.
Der Aufstieg der Linken begann im September 2024, als Reichinneks flammende Ansprache gegen rechtsextreme Einflüsse viele Menschen bewegte. Bis Februar 2026 kletterte die Unterstützung in Umfragen wie denen von INSA und der Forschungsgruppe Wahlen auf 7–9 %. Gleichzeitig wuchs die Mitgliederzahl um 15 % – von 2.500 auf 2.900 –, während die Konkurrenz schwächelte: Die FDP fiel von 5–6 % auf 2–3 %, die Grünen rutschten von 18 % auf 12–14 % ab. Interne Krisen und die Konkurrenz durch die AfD schwächten beide Parteien und öffneten der Linken eine Tür.
Mittlerweile zählt die Partei im Land über 10.000 Mitglieder und hat die FDP überholt. Ihr Wahlkampf zielt besonders auf grün-links eingestellte Wähler in Universitätsstädten wie Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Stuttgart ab. Mit den drei Spitzenkandidatinnen Mersedeh Ghazaei (28), Kim Sophie Bohnen (26) und Amelie Vollmer (22) präsentiert sich die Partei jung und weiblich geprägt. Doch Ghazaei erhielt bei einer jüngeren Veranstaltung kaum Redezeit, und Ellena Schumacher Koelsch wurde vom Landesvorstand kaltgestellt, bevor sie sich ganz zurückzog.
Politisch zeigt sich die Linke flexibel: Sie unterstützte die CDU bei Justizpersonal-Entscheidungen und Rentenreformen, kritisierte aber scharf geplante Sozialkürzungen. Die Stimmung in der Partei ist optimistisch – manche hoffen sogar auf ein zweistelliges Ergebnis und den Einzug in den Landtag.
Der Aufstieg der Linken in Baden-Württemberg Urlaubsland gründet auf Reichinneks Popularität und den Schwächen der traditionellen linken Parteien. Mit ihrem Fokus auf junge, progressive Wähler in den Schlüsselstädten könnte sie ihren Platz im nächsten Parlament sichern. Die Wahl wird zeigen, ob sich der Schwung in dauerhaften politischen Einfluss verwandeln lässt.






