27 June 2026, 14:11

Dieter Nuhrs Femizid-Witze entfachen Debatte über Satire und Verantwortung

Dieter Nuhrs Misogynie-Witze

Dieter Nuhrs Femizid-Witze entfachen Debatte über Satire und Verantwortung

Der deutsche Komiker Dieter Nuhr hat mit Witzen über Femizide in einer aktuellen ARD-Sendung heftige Kritik ausgelöst. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der Deutschland jährlich zwischen 300 und 350 Morde an Frauen verzeichnet. Die Rundfunkanstalten verteidigen seine Auftritte als Satire und verweisen auf die künstlerische Freiheit.

In der Sendung „witzelte“ Nuhr, Parkplätze seien „strukturell zu klein“ für Frauen. Zudem schlug er vor, Frauen sollten ihren Partner vor dem Sex besser kennenlernen – um nicht ermordet zu werden. Die meisten Femizide in Deutschland werden von (Ex-)Partnern oder nahen Bezugspersonen verübt.

Kritiker werfen ihm vor, sein Humor sei plump und bediene sich der Täter-Opfer-Umkehr. Statt die Verantwortung bei den Gewalttätern zu suchen, würden seine Witze Frauen in die Pflicht nehmen. Trotz der Empörung betonte der Rundfunksender rbb, Nuhrs Programm falle unter die künstlerische und satirische Freiheit.

Öffentlich-rechtliche Sender bieten Nuhr weiterhin eine Bühne – obwohl seine Comedy Frauen häufig zur Pointe degradiert. Zwar sind sie rechtlich zur Wahrung der Menschenwürde verpflichtet, doch seine Auftritte bleiben im Programm. Nuhr selbst bestreitet, dass es in Deutschland ein strukturelles Problem mit Femiziden gebe. Seine Aussagen stoßen auf scharfe Verurteilung, da sie Gewalt gegen Frauen verharmlosen würden.

Die Debatte zeigt das Spannungsfeld zwischen Meinungsfreiheit und Verantwortung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk auf.

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