Frankfurter Apotheker verliert Zulassung nach jahrelangem Abrechnungsbetrug mit 1,6 Millionen Euro Schaden
Claudia HoffmannFrankfurter Apotheker verliert Zulassung nach jahrelangem Abrechnungsbetrug mit 1,6 Millionen Euro Schaden
Ein Frankfurter Apotheker hat nach jahrelangen betrügerischen Abrechnungspraktiken seine Zulassung verloren. Das Verwaltungsgericht urteilte, seine Handlungen hätten schwerwiegende kriminelle Absicht gezeigt und das öffentliche Vertrauen in den Berufsstand beschädigt. Ermittler deckten 65 Fälle von Betrug auf, durch die ein Gesamtschaden von über 1,6 Millionen Euro entstand.
Der Fall begann 2010, als der Apotheker das bereits wegen Abrechnungsbetrugs untersuchte Geschäft seines Bruders übernahm. Statt die Machenschaften zu beenden, führte er sie mindestens drei weitere Jahre fort. Er rechnete bei Versicherungen Medikamente ab, die er nie ausgab, und teilte die Gewinne mit Patienten.
Bis Dezember 2013 stellte er die Betrugsaktivitäten ein und erstattete sämtliche Schäden, nachdem er sich mit den betroffenen Versicherern verglichen hatte. Die Behörden erwogen 2015 erstmals, ihm die Approbation zu entziehen; 2019 folgte eine weitere Anhörung.
Kurz vor dem endgültigen Urteil 2021 kamen neue Vorwürfe auf: In seiner Apotheke waren COVID-19-Tests unsachgemäß durchgeführt worden, zudem waren die Hygienestandards mangelhaft. Das Gericht betonte, dass korrekte Abrechnungen eine grundlegende Pflicht von Apothekern seien – entscheidend für das öffentliche Vertrauen in den Beruf.
Am 2. Februar 2022 wurde ihm die Zulassung schließlich entzogen. Das Gericht wertete sein Verhalten als besonders schweren Verstoß gegen die berufliche Verantwortung. Zuvor hatte er behauptet, er habe nur mitgemacht, um seinen Bruder vor weiteren juristischen Konsequenzen zu schützen.
Nach Jahren des Fehlverhaltens verlor der Apotheker seine Approbation endgültig. Das Urteil unterstrich die Schwere seines Betrugs und die Auswirkungen auf das Vertrauen in den Berufsstand. Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass sich durch den Fall die öffentliche Wahrnehmung von Apothekern in Deutschland grundlegend verändert hätte.






