Frankfurter Schule setzt zwölf Wachen für sieben Zentimeter zu niedriges Geländer ein
Nina BauerFrankfurter Schule setzt zwölf Wachen für sieben Zentimeter zu niedriges Geländer ein
Ein 100 Jahre altes Geländer in einer Frankfurter Schule hat eine ungewöhnliche Sicherheitsmaßnahme ausgelöst. Da das Handlauf nur sieben Zentimeter zu niedrig für die aktuellen Vorschriften ist, hat die Stadtverwaltung zwölf Sicherheitskräfte im Treppenhaus postiert. Die Entscheidung überrascht das Schulpersonal und wirft Fragen zur Verwendung öffentlicher Gelder auf.
Die kommissarische Schulleiterin, Solmaz Heidlindemann, zeigte sich fassungslos über die Maßnahme. Sie argumentiert, dass eine einfache Reparatur das Geländer hätte sichern können – statt mit hohem Aufwand Wachen einzusetzen. Die Stadt besteht jedoch darauf, die Muster-Schulbaurichtlinien von 2009 einzuhalten, die eine Mindesthöhe von 1,10 Metern für Geländer vorschreiben.
Die Sicherheitskräfte sind seit Montag im Einsatz und bleiben auch während der Osterferien vor Ort. Da dann weniger Schüler anwesend sind, könnten die wöchentlichen Kosten von rund 13.700 Euro brutto leicht sinken. Eine für Montag anberaumte Sitzung soll über das weitere Vorgehen entscheiden.
Heidlindemann kritisierte zudem die Verwendung von Steuergeldern für die Bewachung. Zwar räumt die Stadt die hohen Ausgaben ein, doch betonen die Verantwortlichen, dass die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften nicht verhandelbar sei – selbst wenn eine Lösung teuer wird.
Der Fall zeigt den Konflikt zwischen strengen Regularien und pragmatischen Lösungen. Bis eine dauerhafte Lösung gefunden ist, bleiben die Wachen im Einsatz. Das Ergebnis der Montagssitzung wird entscheiden, ob der Schulflur wieder normal genutzt werden kann oder weiter unter Aufsicht steht.






