Franziska Erdle übernimmt ABDA-Führung in turbulenter Reformphase
Franziska Erdle hat am 1. Januar 2026 das Amt der Präsidentin der Bundesapothekerkammer (ABDA) übernommen. Die erfahrene Juristin und ehemalige Branchenmanagerin führt die Organisation in einer entscheidenden Phase, in der tiefgreifende Apothekenreformen bevorstehen. Zu ihren Prioritäten gehören die Umstrukturierung der ABDA sowie der Widerstand gegen umstrittene gesetzliche Änderungen.
Erdle bringt eine Karriere mit, die juristische, politische und wirtschaftliche Führungspositionen umfasst. Zuvor war sie Geschäftsführerin des Wirtschaftsverbandes der deutschen Metallindustrie (WVM) und beriet CDU-Abgeordnete in politischen Fragen. Frühere Stationen ihrer Laufbahn umfassen die Leitung der Öffentlichkeitsarbeit und Rechtsabteilung im Deutschen Atomforum.
Die Apothekenbranche steht vor großen Herausforderungen durch die geplante Reform der Bundesregierung. Der Gesetzentwurf, der Ende 2025 ausgearbeitet wurde, passierte im November den Bundestag und wartet nun auf die Zustimmung des Bundesrates. Zu den zentralen Maßnahmen zählen die Pflicht zum Online-Verkauf rezeptfreier Medikamente, strengere Rabattverträge mit den Krankenkassen sowie schärfere Regeln für Apothekenstandorte. Die ABDA warnt, dass diese Änderungen Existenzbedrohungen für kleinere Apotheken mit sich bringen und die Patientenversorgung beeinträchtigen könnten.
Als ABDA-Chefin hat Erdle bereits Pläne für eine grundlegende Reform der Verbandsstrukturen angekündigt. Die Organisation soll in 14 spezialisierte Einheiten aufgeteilt werden, um die Effizienz zu steigern. Zudem will sie die interne Kommunikation stärken und den Einsatz von KI-Tools für eine bessere Arbeitsweise prüfen. Als stellvertretende Geschäftsführerin wird sie von Claudia Korf unterstützt.
Erdle hat deutlich gemacht, dass sie die Reform in ihrer aktuellen Form ablehnt. Sie argumentiert, dass diese das Überleben unabhängiger Apotheken gefährdet und die lokale Gesundheitsversorgung schwächen könnte. Ihre Strategie umfasst direkte Gespräche mit Bundestagsabgeordneten, um vor der finalen Verabschiedung des Gesetzes noch Änderungen durchzusetzen.
Die neue ABDA-Führung startet mit dem Fokus auf Widerstand gegen die Reform und interne Modernisierung. Erdles juristischer Hintergrund und ihre Branchenerfahrung qualifizieren sie dafür, die geplante Gesetzgebung infrage zu stellen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob es ihr gelingt, das Gesetz umzugestalten oder zumindest seine Auswirkungen auf die deutschen Apotheken abzumildern.






