GDL-Chef Reißen attackiert Deutsche Bahn als "Geldwäschmaschine" – doch lobt er Pallas Reformen
Paul WagnerGDL-Chef Reißen attackiert Deutsche Bahn als "Geldwäschmaschine" – doch lobt er Pallas Reformen
Mario Reißen, Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), hat die Deutsche Bahn (DB) scharf für ihre Finanzpraktiken kritisiert. Er bezeichnete die Unternehmensstruktur als "Geldwäschmaschine" – bedingt durch undurchsichtige interne Abrechnungssysteme und Hunderte von Tochtergesellschaften. Gleichzeitig lobte Reißen die jüngsten Umstrukturierungsmaßnahmen von Vorstandschefin Evelyn Palla.
Reißen verwies darauf, dass die DB einst über 1.000 Tochterfirmen besaß, deren Zahl mittlerweile auf unter 600 reduziert wurde. Diese Unternehmen seien seiner Ansicht nach genutzt worden, um Geldströme zu verschleiern und Steuergelder abzusichern. Seine Kritik richtete sich auch gegen die Ernennung von Karin Dohm zur Finanzvorständin, die er für das Amt als nicht qualifiziert hielt.
Zudem warf er dem Konzern Ineffizienz und mangelnde Transparenz in den Finanzoperationen vor. Dennoch unterstützte Reißen Pallas Führung, insbesondere deren Entscheidung, die oberste Managementebene um die Hälfte zu verkleinern. Ihre konsequente Entscheidungsführung werde, so Reißen, die Produktivität und die betrieblichen Ergebnisse verbessern.
Auch billigte er die von Palla veranlassten Entlassungen von Sigrid Nikutta, Chefin von DB Cargo, sowie von Dohm selbst. Allerdings warnte er, dass Dohms Ernennung dennoch zu künftigen Streitigkeiten und zusätzlichen Kosten für die Steuerzahler führen könnte.
Reißens Äußerungen spiegeln sowohl Frustration über die früheren Finanzpraktiken der Bahn wider als auch vorsichtigen Optimismus bezüglich Pallas Reformen. Der Gewerkschaftschef ist überzeugt, dass ihre Umstrukturierung die Performance des Unternehmens stärken wird. Gleichzeitig bleibt er besorgt über die langfristigen Folgen früherer Managemententscheidungen.






