24 June 2026, 00:14

Gericht stoppt Spiegel-Berichte zu Christian Ulmens Deepfake-Skandal

Ulmen besiegt 'Der Spiegel' vor Gericht

Gericht stoppt Spiegel-Berichte zu Christian Ulmens Deepfake-Skandal

Das Hanseatische Oberlandesgericht hat eine einstweilige Verfügung gegen Der Spiegel erlassen. Dem Magazin ist es nun untersagt, zentrale Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Deepfake-Skandal um den Schauspieler Christian Ulmen zu veröffentlichen. Das Urteil verbietet zudem die Veröffentlichung privater Zitate aus E-Mails, die Ulmen an seinen Anwalt gerichtet hat.

Ulmen hatte im April erstmals rechtliche Schritte gegen Der Spiegel eingeleitet. Im Mai hatte das Landgericht Hamburg zunächst entschieden, dass die Berichterstattung des Magazins über die Deepfake-Vorwürfe zulässig sei. Die jüngste Entscheidung kommt jedoch zu dem Schluss, dass es nicht ausreichend Beweise dafür gibt, dass Ulmen mit Hilfe von KI gefälschte Pornografie mit seiner Ex-Frau, der Schauspielerin Collien Fernandes, erstellt und verbreitet hat.

Das Gericht urteilte, dass Teile der Berichterstattung, darunter Zitate aus Ulmens E-Mails, unzulässig in sein Privatleben eingriffen. Der Spiegel darf nun nicht mehr behaupten, Ulmen habe die manipulierten Videos produziert oder weitergegeben. Das Magazin bleibt jedoch berechtigt, über die separaten Vorwürfe von Fernandes wegen körperlicher Gewalt durch Ulmen zu berichten.

Fernandes wirft Ulmen vor, nicht nur die Deepfake-Inhalte erstellt, sondern auch gefälschte Social-Media-Profile unter ihrem Namen eingerichtet zu haben. Sie behauptet, er habe diese genutzt, um mit anderen Männern in Kontakt zu treten, und sich dabei teilweise in Telefonaten mit sexuellen Unterhaltungen als sie ausgegeben. Unterdessen ermitteln die Staatsanwälte in Potsdam gegen Ulmen wegen des Vorwurfs der häuslichen Gewalt.

Das Urteil ist ein wichtiger Erfolg für Ulmens Kanzlei Schertz-Bergmann, die argumentiert, dass die ursprüngliche Berichterstattung von Spiegel zu übermäßiger Medienaufmerksamkeit und einer einseitigen öffentlichen Debatte geführt habe. Als Reaktion auf den Skandal kündigte Bundesjustizministerin Stefanie Hubig Pläne an, das Strafrecht im Umgang mit nicht einvernehmlichen sexualisierten Deepfakes zu verschärfen. Politiker aus verschiedenen Parteien, darunter SPD-Vorsitzende Bärbel Bas und die ehemalige Grünen-Co-Vorsitzende Ricarda Lang, fordern strengere Regelungen gegen den Missbrauch von KI.

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Die Gerichtsentscheidung schränkt Der Spiegel darin ein, bestimmte Behauptungen und private Kommunikation zu veröffentlichen. Sie verbietet jedoch nicht die Berichterstattung über Fernandes’ Gewaltvorwürfe. Der Fall hat Forderungen nach Rechtsreformen ausgelöst, um digitale sexualisierte Gewalt und KI-bezogene Straftaten besser zu bekämpfen.

Quelle