24 June 2026, 14:10

Hamburgs Gesundheitshilfe für Unversicherte droht wegen Geldmangel zusammenzubrechen

Notfallfonds kann keine Behandlungen mehr finanzieren

Hamburgs Gesundheitshilfe für Unversicherte droht wegen Geldmangel zusammenzubrechen

Hamburgs Notfall-Gesundheitsprogramm für unversicherte Migrant:innen steht vor dem finanziellen Kollaps

Das Hamburger Programm, das dringende medizinische Hilfe für Menschen ohne Krankenversicherung bereitstellt, steckt in einer schweren Finanzkrise. Die Mittel des Projekts, das einst lebenswichtige Behandlungen ermöglichte, sind für den Rest des Jahres aufgebraucht – und lassen damit viele Schutzbedürftige ohne Zugang zu notwendiger Versorgung zurück.

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Die Clearingstelle, angesiedelt im Hamburger Flüchtlingszentrum, vermittelt unversicherten Personen den Zugang zu regulärer medizinischer Versorgung oder übernimmt die Kosten für akute Behandlungen über einen kommunalen Notfallfonds. Medinetz, ein Netzwerk aus medizinischen und sozialberaterischen Diensten, unterstützt diese Initiative, indem es Gesundheitsversorgung und soziale Hilfen für Bedürftige anbietet.

Allein in diesem Jahr verzeichnete das Programm einen dramatischen Anstieg der Nachfrage: Die Zahl der Beratungen stieg von 284 im Jahr 2012 auf über 2.300. Von 781 Klient:innen erhielten 678 eine Kostenübernahme – die Behandlungen und Medikamente verschlangen dabei rund 718.000 Euro. Ursprünglich waren 500.000 Euro vorgesehen, doch von den zusätzlich beantragten 500.000 Euro wurde im Mai nur ein Bruchteil bewilligt.

Marian Laue, stellvertretende Koordinatorin bei Medinetz, kritisiert die Sparmaßnahmen der Stadt und die fehlende Weitsicht für langfristige Folgen. Matthias Plieninger, Internist und Medinetz-Mitglied, warnt, dass ohne weitere Mittel viele Patient:innen unbehandelt bleiben und schwere gesundheitliche Folgen riskieren. Seit Mitte Mai wird unversicherten Migrant:innen aufgrund der Mittelknappheit die Kostenübernahme für dringende Behandlungen verweigert.

Für den Rest des Jahres sind keine weiteren Zuschüsse für das Notfallprogramm vorgesehen. Medinetz fordert die Stadt auf, ihr Koalitionsversprechen einzulösen, die benötigten Gelder umgehend freizugeben und ein nachhaltiges Finanzierungskonzept zu entwickeln. Ohne schnelles Handeln bleibt die Gesundheit vieler unversicherter Menschen weiter akut gefährdet.

Quelle