Giffey hört Apothekerin in Rudow: Reformen stocken, Sorgen wachsen
Berliner Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey besuchte diese Woche eine Apotheke im Stadtteil Rudow, um über drängende Probleme des Sektors zu sprechen. Die ehemalige regierende Bürgermeisterin verbrachte eine Stunde in der Alten Kloster-Apotheke und unterhielt sich mit der Inhaberin Katja Laurisch-Nehrkorn über Apothekenreformen und finanzielle Belastungen.
Während des Gesprächs benannte Laurisch-Nehrkorn mehrere Herausforderungen. Sie forderte verbindliche Verhandlungsrechte für Apotheker:innen und kritisierte Pläne, die Aufgaben von Pharmazeutisch-technischen Assistent:innen auszuweiten. Ein weiteres zentrales Thema war die seit Langem überfällige Gebührenanpassung, die im Koalitionsvertrag von 2021 versprochen, aber bis heute nicht umgesetzt wurde. Zudem warnte sie vor dem wachsenden Trend, dass hochpreisige Medikamente direkt vertrieben werden – was die Einnahmen lokaler Apotheken schmälert.
Besonders verärgert zeigte sich Laurisch-Nehrkorn über die geplante Berliner Ausbildungsabgabe, die die finanzielle Situation weiter verschärfen könnte. Trotz der Probleme betonte sie, dass Giffey aufmerksam zugehört und sich bereit erklärt habe, die Anliegen an die Gesundheitssenatorin weiterzuleiten. Giffey bedankte sich für das Gespräch und hob die unverzichtbare Rolle der Apotheke in der Nachbarschaftsversorgung hervor.
Die 2021 gestarteten Apothekenreformen sollten eigentlich Dienstleistungen modernisieren und digitale Gesundheitslösungen integrieren. Doch die Umsetzung verläuft ungleich: Während Großstädte und Apothekenketten Fortschritte verzeichnen, kämpfen ländliche Apotheken weiterhin mit Personalmangel und uneinheitlichen Regelungen der Bundesländer.
Der Besuch machte die Kluft zwischen den nationalen Reformplänen und dem Alltag kleiner Apotheken deutlich. Laurisch-Nehrkorns Sorgen – insbesondere zu Gebühren und Personal – spiegeln die branchenweiten Schwierigkeiten wider. Giffeys Zusage, die Themen an die Gesundheitsbehörden heranzutragen, könnte ein erster Schritt zur Lösung sein.






