Hautkrebsfälle explodieren: Warum Sonnencreme allein nicht mehr reicht
Hautkrebsfälle in Deutschland steigen stark an
In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Hautkrebsfälle in Deutschland dramatisch erhöht. Im Jahr 2023 erhielten über 100.000 Menschen eine Behandlung – 2013 waren es noch weniger als 42.000. Experten führen diesen Anstieg auf eine höhere UV-Belastung zurück, die unter anderem durch den Klimawandel begünstigt wird.
Sonnencreme bleibt ein zentraler Schutz, doch nicht alle Produkte bieten gleichen Schutz. Dermatologen betonen, wie wichtig es ist, die Hinweise auf den Verpackungen zu verstehen und die Creme korrekt aufzutragen, um Risiken zu minimieren.
Sonnencremes nutzen zwei Arten von UV-Filtern: chemische (organische) und mineralische (physikalische). Viele Produkte kombinieren beide, um ein breiteres Spektrum an Strahlen abzuwehren. Für einen vollständigen Schutz muss die Creme in einer Menge von zwei Milligramm pro Quadratzentimeter aufgetragen werden.
Der Lichtschutzfaktor (LSF) gibt an, wie viel länger man sich ohne Sonnenbrand der Sonne aussetzen kann im Vergleich zu ungeschützter Haut. Experten warnen jedoch, dass ein hoher LSF allein nicht ausreicht. Der UVA-Schutz sollte mindestens ein Drittel so stark sein wie der LSF-Wert, um tiefere Hautschäden zu verhindern.
Dermatologen empfehlen einen dreistufigen Ansatz: die Mittagssonne meiden, schützende Kleidung tragen und Sonnencreme verwenden. Dennoch geben einige chemische Filter Anlass zur Sorge. Octocrylen, ein häufiger Inhaltsstoff, kann sich zu Benzophenon zersetzen – einer Substanz, die als möglicherweise krebserregend eingestuft wird. Langfristige Anwendung von Sonnencremes mit diesem Stoff könnte gesundheitliche Risiken bergen.
UV-Strahlung selbst ist bekannt dafür, dass sie nachhaltige Hautschäden und Krebs verursacht. Angesichts der durch den Klimawandel verstärkten Belastung ist ein wirksamer Schutz wichtiger denn je.
Die richtige Sonnencreme zu wählen und sie korrekt anzuwenden, kann das Risiko für UV-bedingte Erkrankungen verringern. Experten raten zu Breitband-Schutz und dem Verzicht auf schädliche Chemikalien wie Octocrylen. Da die Sonneneinstrahlung weiter zunimmt, könnte die Befolgung dieser Richtlinien helfen, die wachsende Zahl von Hautkrebsfällen einzudämmen.






