Junge Hallenser finanzieren Gedenktafel für 155 Shoah-Opfer aus Eigeninitiative
Claudia HoffmannJunge Hallenser finanzieren Gedenktafel für 155 Shoah-Opfer aus Eigeninitiative
Eine Gruppe junger Menschen aus Halle hat Spenden gesammelt und Schrottmetall verkauft, um eine Gedenktafel für 155 jüdische Opfer der Shoah zu finanzieren. Die Tafel, die in Zusammenarbeit mit dem Comic-Künstler Nils Oskamp gestaltet wurde, soll im ehemaligen Vernichtungslager Sobibor angebracht werden. Sie erinnert an die aus Halle Deportierten, die während des Holocaust ermordet wurden.
Die Initiative entstand im Rahmen des Projekts "Tagebuch der Gefühle", bei dem sich die Teilnehmer mit dem Leben jüdischer Familien aus Halle auseinandersetzten. Durch persönliche Reflexionen und Spenden gelang es ihnen, genug Mittel aufzubringen, um einen Steinmetz in Halle mit der Anfertigung der Tafel aus Naturstein zu beauftragen.
Das Design zeigt zwei Hände, die zueinander greifen. Die kleinere Hand symbolisiert die 16 Monate alte Chana Baer, das jüngste bekannte Opfer aus Halle. Die größere Hand steht für Familien wie die Baers und die Sachs, die sich in der Zeit der Verfolgung gegenseitig zu stützen versuchten.
Im Juni 2026 planen die jungen Aktivisten eine Bildungsreise nach Sobibor. Dort werden sie die Anbringung der Gedenktafel miterleben und sich weiter mit der Geschichte der Shoah beschäftigen.
Die Tafel wird als dauerhafte Ehrung für die 155 Männer, Frauen und Kinder aus Halle dienen, die nach Sobibor deportiert wurden. Das Projekt sorgt dafür, dass ihre Geschichten im öffentlichen Gedächtnis bewahrt bleiben. Die Enthüllung der Gedenktafel wird den Höhepunkt jahrelanger Forschung, Spendenaktionen und emotionaler Auseinandersetzung markieren.






