Lissabons Aussichtspunkte: Ein Aprilscherz bringt Touristen in Aufruhr
Claudia HoffmannLissabons Aussichtspunkte: Ein Aprilscherz bringt Touristen in Aufruhr
Ein Scherzartikel der Website Lisboa Secreta behauptete, dass an Lissabons berühmtesten Aussichtspunkten weitreichende Änderungen bevorstünden. Die gefälschte Ankündigung beschrieb intelligente Drehkreuze, Zeitlimits und Bußgelder für Touristen, die zu lange verweilen. Die zwar erfundene, aber detailreiche Geschichte sorgte sowohl bei Einheimischen als auch bei Besuchern für Aufsehen.
Der Schwindel beschrieb ein angebliches Pilotprojekt, das am 1. April 2023 starten sollte. Demnach würden ab Mai an vier zentralen Orten – Graça, Senhora do Monte, Santa Catarina (Adamastor) und São Pedro de Alcântara – gläserne Drehkreuze mit Kameras und Sensoren installiert. Besucher hätten nur zehn Minuten Zeit, überwacht durch Ampelsignale, während Anwohner mit Steuerregistrierung in historischen Stadtteilen sich anstellen könnten und 20 Minuten bleiben dürften.
Die erfundenen Regeln sahen zudem ein Bußgeld von 15 Euro vor, scherzhaft als "TOEEC" (Steuer auf übermäßige Besetzung panoramischer Flächen) bezeichnet, für die Missachtung der Zeitvorgaben. Die Einnahmen daraus sollten angeblich die tägliche Reinigung der technisch aufgerüsteten Aussichtspunkte finanzieren. Der Scherz ging sogar so weit, dass das System "Sonnenuntergangs-Besetzer" stoppen solle – Touristen also, die stundenlang die besten Plätze blockieren.
Die überzeugenden Details des Artikels, darunter konkrete Daten und Orte, ließen viele an die Echtheit der Maßnahmen glauben. Später bestätigte Lisboa Secreta jedoch, dass die gesamte Geschichte frei erfunden war.
An Lissabons Aussichtspunkten werden weder neue Regeln noch Drehkreuze eingeführt. Der Streich zeigte, wie leicht sich falsche Informationen verbreiten – besonders, wenn sie an reale Sorgen über den Tourismusdruck anknüpfen. Die ikonischen Miradouros der Stadt bleiben weiterhin frei zugänglich, ohne Zeitbegrenzungen oder Strafen.






