16 March 2026, 22:16

Mittelständische Zulieferer in Baden-Württemberg kämpfen um ihre Zukunft

Balkendiagramm, das die Anzahl der Elektrofahrzeuge in den USA mit der erhöhten installierten Kapazität von BMW zeigt, auf einem weißen Hintergrund.

Mittelständische Zulieferer in Baden-Württemberg kämpfen um ihre Zukunft

Mittelständische Zulieferer in Baden-Württemberg kämpfen mit sinkenden Aufträgen, unsicheren Investitionen und Jobverlusten

Der Automotive Cluster der wvib Schwarzwald AG hat nun ein Positionspapier vorgelegt, in dem er bessere Unterstützung für die Branche fordert. Gefordert werden fairere Partnerschaften, klarere politische Rahmenbedingungen und eine stärkere Forschungsförderung, um Arbeitsplätze zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit der Region zu erhalten.

Die Automobilindustrie in Baden-Württemberg verzeichnet seit Jahren deutliche Rückgänge. So sanken die Exporte von Fahrzeugteilen um 13,4 Prozent – besonders betroffen sind die Standorte rund um Stuttgart, Waiblingen und Richen. Bis 2025 könnten bis zu 25.000 Arbeitsplätze in der Branche wegfallen, während gleichzeitig die Insolvenzen unter Zulieferern zunehmen.

Der Automotive Cluster warnt, dass unvorhersehbare Produktionspläne und kurzfristige Auftragsänderungen eine langfristige Planung nahezu unmöglich machen. Diese Instabilität gefährde Investitionen in neue Technologien, Elektromobilität und Fachkräfte. Viele Zulieferer könnten es sich kaum noch leisten, in Infrastruktur oder Weiterbildung zu investieren.

Als Reaktion hat der Beirat des Clusters – unterstützt von 53 Unterzeichnern der wvib Schwarzwald AG – zentrale Forderungen formuliert. Die Automobilhersteller werden aufgefordert, fairere Verträge, verlässliche Transformationsfahrpläne und eine engere Zusammenarbeit mit Zulieferern zu gewährleisten. Die Politik muss ihrerseits die Energiekosten senken, Genehmigungsverfahren beschleunigen und die Forschungsförderung ausbauen, um die Technologieführerschaft der Region zu sichern.

Hanna Böhme, Geschäftsführerin der wvib Schwarzwald AG, betonte die Notwendigkeit stabiler Rahmenbedingungen. Mit der Kampagne "Deutschland kann mehr" wirbt die Organisation für umfassende Reformen, um die globale Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu erhalten. Die Zulieferer befürworten zwar eine CO₂-Bepreisung als Innovationsmotor – allerdings nur, wenn sie mit planbaren Marktbedingungen einhergeht.

Ohne Kurskorrektur, so die Warnung des Clusters, drohe der Region der Verlust weiterer Arbeitsplätze, Fachkompetenz und ihres Rufs als industrielle Schlüsseregion.

Das Positionspapier benennt konkrete Schritte für Hersteller und Politik, um die Zukunft des baden-württembergischen Automobilstandorts zu sichern. Die Zulieferer brauchen planbare Aufträge, faire Partnerschaften und stärkere politische Unterstützung, um sich von der sinkenden Produktion und steigenden Insolvenzzahlen zu erholen. Ob die Region Arbeitsplätze halten und international mithalten kann, hängt nun davon ab, wie schnell diese Maßnahmen umgesetzt werden.

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