Neues Bildungszentrum zur Lufthansa-Entführung von 1977 in Friedrichshafen geplant
Lea HerrmannNeues Bildungszentrum zur Lufthansa-Entführung von 1977 in Friedrichshafen geplant
In Friedrichshafen entsteht ein neues Bildungszentrum zum Thema der Lufthansa-Entführung von 1977. Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) hat das Projekt initiiert, das sich um das Flugzeug Landshut dreht – einen zentralen Ort der deutschen Nachkriegsgeschichte. Geplant sind ein eigens eingerichteter Lernort, eine Online-Plattform sowie eine enge Zusammenarbeit mit lokalen Einrichtungen.
Den offiziellen Auftrag für das Vorhaben erhielt die bpb im Jahr 2021, als der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags ein Dokumentations- und Bildungszentrum in Auftrag gab. Seither arbeitet die Behörde mit Historiker:innen, Politikwissenschaftler:innen und Überlebenden der Entführung zusammen, um sicherzustellen, dass das Zentrum verschiedene Perspektiven widerspiegelt.
Anfang 2026 laufen weiterhin Diskussionen über den genauen Standort und die Gestaltung des Lernorts Landshut. Er wird als Erweiterung des Dornier-Museums fungieren und dessen thematischen Schwerpunkt auf Luftfahrtgeschichte aufgreifen, gleichzeitig aber eigene Bildungsprogramme anbieten. Besucherführungen und gemeinsame Veranstaltungen sind vorgesehen, doch stehen noch die endgültigen Genehmigungen der lokalen Behörden aus.
Auf der Projektwebsite unter www.bpb.de/lernort-landshut sind bereits aktuelle Informationen und Lehrmaterialien abrufbar. Kürzlich besuchte die bpb Friedrichshafen, um Stadtvertreter:innen ihre Vision vorzustellen und mögliche Standorte für das Zentrum zu erkunden.
Das Vorhaben zielt darauf ab, mehr als nur Geschichte zu vermitteln. Politische Bildung, kulturelle Analysen und ethische Debatten werden in dem interdisziplinären Ansatz eine Rolle spielen. Ziel ist es, einen Ort zu schaffen, an dem Besucher:innen sich mit der Vergangenheit auseinandersetzen – immer im Bezug zu größeren gesellschaftlichen Fragen.
Der Lernort Landshut wird die Kulturlandschaft Friedrichshafens um eine neue Facette bereichern. Indem das Projekt den technischen Fokus des Dornier-Museums mit politischer Bildung verknüpft, sollen unterschiedliche Zielgruppen erreicht werden. Die finalen Details zur Eröffnung hängen von den laufenden Planungen und den noch ausstehenden lokalen Genehmigungen ab.