07 April 2026, 22:17

Ostdeutsche Chemieindustrie kämpft ums Überleben – Domo-Rettung als letzter Strohhalm

Eine Liniengrafik, die die Anzahl der von COVID-19 betroffenen US-Geschäfte zeigt, unterteilt nach Branche und Erholungsstatus, mit begleitendem Text, der die wirtschaftlichen Erholungstrends angibt.

Ostdeutsche Chemieindustrie kämpft ums Überleben – Domo-Rettung als letzter Strohhalm

Ostdeutschlands Chemieindustrie steckt seit drei Jahren in einem stetigen Niedergang. Hohe Kosten, schwache Nachfrage und ausländische Konkurrenz zwingen Unternehmen zu Stellenabbau und Werksschließungen. Nun hängt die Zukunft des Sektors von dringend notwendigen Maßnahmen in den kommenden Monaten ab.

Die Krise hat mehrere Ursachen: steigende Energie- und Rohstoffpreise, strengere Vorschriften sowie wachsende Konkurrenz aus Asien. Fast zwei Drittel der wichtigsten chemischen Grundstoffe werden mittlerweile importiert – die Abhängigkeit vom Ausland nimmt zu. Geopolitische Spannungen verschärfen die Lage zusätzlich.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Produktion ist um etwa drei Prozent gesunken, die Auslastung der Fabriken liegt bei nur noch 72 Prozent. Der Branchenumsatz belief sich 2025 auf 28,5 Milliarden Euro, doch das minimale Wachstum von 0,5 Prozent ging allein auf die Pharmaindustrie zurück. Die Chemiebranche selbst hat dagegen weiter Stellen abgebaut und beschäftigt noch rund 63.000 Beschäftigte.

Von einer schnellen Erholung geht kaum ein Unternehmen aus – nur zehn Prozent erwarten baldige Besserung. Der Branchenverband verzichtet gar auf Prognosen für das kommende Jahr. Stattdessen kürzen die Firmen ihre Ausgaben, verschieben Investitionen oder stellen in einigen Fällen den Betrieb komplett ein.

Ein Lichtblick in der Krise ist die mögliche Rettung des Chemieunternehmens Domo am Standort Leuna. Ein geplanter Deal sieht vor, dass der Betreiber InfraLeuna und das Unternehmen Leuna-Harze zwei insolvente Tochtergesellschaften übernehmen. Am Mittwoch wollen Sachsens-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze, Insolvenzverwalter und Vertreter des Chemieparks über die aktuellen Entwicklungen beraten.

Das Überleben der ostdeutschen Chemieindustrie hängt nun von radikaler Kostensenkung und Umstrukturierung ab. Gelingt die Rettung von Domo, könnte dies ein Wendepunkt sein – doch die grundsätzlichen Herausforderungen bleiben bestehen. Ohne tiefgreifende Veränderungen drohen weitere Arbeitsplatzverluste und Werksschließungen.

Quelle