Patt in Baden-Württemberg: Grünen und CDU ringen um Macht nach Wahlkrise
Lea HerrmannSkandal vor der Wahl - Fischer bittet Hagel um Vergebung - Patt in Baden-Württemberg: Grünen und CDU ringen um Macht nach Wahlkrise
Die Spannungen zwischen den Grünen und der CDU in Baden-Württemberg haben sich zu Beginn der Koalitionsgespräche weiter verschärft. Beide Parteien verfügen nach der Wahl am 8. März 2026 jeweils über 56 Sitze, was zu einem seltenen Patt geführt hat. Eine jüngste Entschuldigung einer Grünen-Abgeordneten hat die angespannte Lage zusätzlich belastet, nachdem es zu einem Streit über einen umstrittenen Social-Media-Beitrag gekommen war.
Auslöser des Konflikts war die Veröffentlichung eines acht Jahre alten Videos durch die Grünen-Politikerin Zoe Mayer, in dem der CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel zu sehen ist. In der Aufnahme äußert sich Hagel bewundernd über eine minderjährige Schülerin, was Vorwürfe des Sexismus nach sich zog. Die CDU warf den Grünen daraufhin vor, einen "schmutzigen Wahlkampf" zu führen, nachdem eine weitere Abgeordnete, Simone Fischer, einen Beitrag mit Hagels Foto und der Schlagzeile Amtswarnung sowie dem Text Versteckt eure Kinder geteilt hatte.
Fischer schwieg zunächst zu den Vorwürfen, löschte den Beitrag später jedoch und kontaktierte Hagel persönlich, um sich für die Veröffentlichung zu entschuldigen. Die Entschuldigung erfolgte zu einem Zeitpunkt, an dem beide Parteien sich auf Sondierungsgespräche vorbereiteten. Die CDU pocht dabei auf ein Rotationsprinzip für das Amt des Ministerpräsidenten, da beide Seiten über die gleiche Sitzzahl verfügen.
Bei der März-Wahl erreichten die Grünen 30,2 Prozent der Stimmen und lagen damit knapp vor der CDU mit 29,7 Prozent. Trotz des knappen Vorsprungs zwingt das Patt beide Seiten nun zu Kompromissen.
Fischers Entschuldigung wird als Versuch gewertet, die Stimmung vor den offiziellen Verhandlungen zu entspannen. Die Forderung der CDU nach einer geteilten Ministerpräsidentenrolle bleibt jedoch ein zentraler Streitpunkt. Da keine der beiden Parteien über eine absolute Mehrheit verfügt, wird das Ergebnis dieser Gespräche die nächste Landesregierung in Baden-Württemberg prägen.






