25 March 2026, 22:21

Pharmaverbände fordern rasche Reformen gegen Chinas Dominanz bei Arzneimitteln

Ein Plakat, das zeigt, dass Big Pharma 2022 Amerikanern zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet hat wie in anderen Ländern, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze darunter.

Pharmaverbände fordern rasche Reformen gegen Chinas Dominanz bei Arzneimitteln

Fünf führende Verbände der Pharma- und Biotechnologiebranche haben Bundesgesundheitsministerin Nina Warken in einem gemeinsamen Schreiben zu raschem Handeln aufgefordert. Darin warnen sie vor der wachsenden Abhängigkeit Deutschlands von China bei der Versorgung mit essenziellen Arzneimittelbestandteilen und betonen, dass jüngste politische Weichenstellungen die globale Wettbewerbsfähigkeit der Branche gefährden könnten.

Die Verbände kritisierten das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz scharf, da es Unsicherheit im Sektor schaffe. Zugleich lehnten sie Pläne ab, den Preisdruck auf patentgeschützte Medikamente zu erhöhen oder die mengenbasierten Preisregelungen zu verschärfen. Solche Maßnahmen würden Innovation hemmen und den Patientenzugang zu Therapien erschweren, so ihre Argumentation.

In dem Schreiben würdigten die Unterzeichner zwar den Pharma-Dialog 2023 als wichtigen Schritt zur Wiederherstellung des Vertrauens in der Branche. Gleichzeitig wiesen sie darauf hin, dass ihre eigenen, bereits vor Monaten eingereichten Reformvorschläge bis heute unbeantwortet blieben. Gefordert wird nun eine abgestimmte, ressortübergreifende Strategie unter Einbindung aller relevanten Ministerien sowie der Bundeskanzlei, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu sichern.

Die noch in Arbeit befindliche Pharma-Strategie umfasst sechs Arbeitsgruppen zu den Schwerpunkten Lieferketten, Innovation, Digitalisierung und Erstattungsfragen. Zentrale Vorhaben wie die Hightech-Agenda 2025 für Biotechnologie und KI sowie die Reformen im Rahmen des EU-Biotech-Gesetzes I sollen die endgültige Ausrichtung prägen. Konkrete Beschlüsse stehen jedoch noch aus – mit einer Kabinettsentscheidung wird frühestens Herbst 2026 gerechnet.

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Ohne entschlossenes Handeln drohe der deutsche Pharmastandort weiter zurückzufallen, warnten die Verbände. Notwendig seien strukturelle Reformen, um Bürokratie abzubauen, die Dateninfrastruktur zu modernisieren und die heimische Produktionskapazität zu stärken.

Das Schreiben unterstreicht den Appell nach engerer Zusammenarbeit zwischen Politik und Wirtschaft in der nächsten Phase der Pharma-Strategie. Angesichts der dominierenden Rolle Chinas in der Arzneimittelproduktion und anhaltender politischer Unsicherheiten fordern die Verbände Sofortmaßnahmen, um Deutschlands Position in der globalen Pharmainnovation zu verteidigen. Die finale Strategie, die Ende 2026 vorliegen soll, wird zeigen, ob diese Forderungen Gehör finden.

Quelle