Schweinsteigers "wilde" Fußball-Beschreibung löst Rassismus-Debatte aus
Lea HerrmannSchweinsteigers "wilde" Fußball-Beschreibung löst Rassismus-Debatte aus
Bastian Schweinsteiger hat den Fußball der Elfenbeinküste kürzlich als unberechenbar beschrieben – mit Formulierungen wie „etwas afrikanisch, etwas unorthodox, etwas wild“. Seine Äußerungen lösten eine Welle der Kritik aus, wobei ihm einige vorwarfen, rassistische Klischees zu bedienen. Die Debatte erhielt zusätzlichen Aufwind, nachdem die Elfenbeinküste unter Trainer Emerse Faé erstmals in der Geschichte das Achtelfinale einer Weltmeisterschaft erreichte.
Schweinsteigers Kommentare fielen nach dem 2:1-Sieg Deutschlands gegen die Elfenbeinküste in der Vorrunde. Er betonte, seine Worte hätten sich ausschließlich auf taktische Aspekte bezogen und seien keine persönlichen Angriffe gewesen. ARD-Programmdirektor Axel Balkausky unterstützte diese Darstellung und erklärte, es gehe um den Spielstil, nicht um einzelne Personen.
Emerse Faé widersprach vehement. Nach dem 2:0-Sieg seiner Mannschaft gegen Curaçao bezeichnete er die Aussagen als rassistisch. Faé argumentierte, solche Beschreibungen könnten als herabwürdigend aufgefasst werden. Auch andere Stimmen meldeten sich zu Wort, darunter der Journalist Philipp Awounou, der im Spiegel schrieb, die Wortwahl erinnere an kolonialzeitliche Zerrbilder – selbst wenn Schweinsteiger nicht bewusst rassistisch gehandelt habe.
Jürgen Klopp hielt sich mit einer Bewertung zurück. Er nannte die Thematik zwar ernst, gab aber an, nicht zu wissen, wie er angemessen Stellung beziehen solle.
Die Kontroverse wirft grundsätzliche Fragen auf, wie Fußballstile beschrieben werden. Während Schweinsteiger auf der taktischen Ebene bleibt, werfen Kritiker ihm vor, schädliche Stereotype zu reproduzieren. Der Erfolg der Elfenbeinküste im Turnier verleiht der Debatte zusätzliche Brisanz.
