19 March 2026, 12:18

SPD-Politikerin Nasr diskutiert Apothekenreform mit Dresdner Apotheker – und entfacht Streit über Finanzierung und Fachkräftemangel

Plakat mit der Überschrift "Senkung der Arzneimittelkosten unter der Biden-Harris-Regierung" mit einem Logo, das wahrscheinlich Informationen über die Senkung der Arzneimittelkosten unter der Regierung verbreitet.

SPD-Politikerin Nasr diskutiert Apothekenreform mit Dresdner Apotheker – und entfacht Streit über Finanzierung und Fachkräftemangel

Ein jüngster Besuch der SPD-Abgeordneten Rasha Nasr in einer Dresdner Apotheke hat die Debatte um die geplanten Apothekenreformen in Deutschland neu entfacht. Nasr, die über keine fachliche Expertise in Gesundheitspolitik verfügt, traf sich mit dem Apothekeninhaber Michael Gäbe, um drängende Themen wie Finanzierung und Personalmangel zu erörtern. Das Gespräch fällt in eine Phase heftiger Diskussionen unter Leistungserbringern im Gesundheitswesen, nachdem die Bundesregierung im März 2026 einen Entwurf für die Reform vorgelegt hatte.

Nasr besuchte die Knut-Apotheke in Dresden, um sich ein Bild von den täglichen Herausforderungen vor Ort zu machen. Gäbe nutzte den Termin, um die zentrale Rolle der Apotheken als erste Anlaufstelle im Gesundheitsystem zu betonen – etwa bei der Vermeidung gefährlicher Wechselwirkungen von Medikamenten oder der Entlastung von Ärzten und Krankenhäusern. Gleichzeitig warnte er vor den Folgen einer unzureichenden finanziellen Ausstattung: Ohne angemessene Gebührenerhöhungen – wie die vorgeschlagene Pauschale von 9,50 Euro – drohe eine Verschlechterung der Versorgungsqualität.

Gäbe unterstrich, dass niedergelassene Apotheker, die direkt ihrer Gemeinschaft verantwortlich seien, eine Schlüsselfunktion für die Patientensicherheit hätten. Allerdings sprach er sich gegen eine Ausweitung der Aufgaben von Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) als Lösung für den Fachkräftemangel aus. Ein solcher Schritt könnte seiner Meinung nach die Servicequalität mindern und Patienten gefährden.

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Thema waren auch weitergehende Reformvorhaben, darunter erweiterte Impfbefugnisse für Apotheken sowie die Abgabe verschreibungspflichtiger Medikamente ohne Rezept. Nasr hörte sich Gäbes Bedenken aufmerksam an und versprach, diese in Berlin an die politischen Entscheidungsträger heranzutragen. Der Reformentwurf stößt bereits auf geteilte Reaktionen: Ärzteverbände kritisieren eine Aushöhlung medizinischer Kompetenz, während Krankenkassen gegen pauschale Gebührenerhöhungen sind und stattdessen gestaffelte Preismodelle fordern. Apothekerverbände hingegen pochen auf Nachbesserungen – etwa ein Verbot für PTAs, Apothekeninhaber zu vertreten, sowie Einschränkungen bei der steuerlichen Nullveranlagung.

Eine langfristige Bewertung der Reformen von 2021 bis 2026 liegt bisher nicht vor, sodass die aktuelle parlamentarische Debatte im Mittelpunkt steht.

Der Besuch macht die Spannungen deutlich, die mit der Apothekenreform in Deutschland einhergehen: Die Beteiligten sind uneins in Fragen der Finanzierung, der Rollenverteilung und der Patientensicherheit. Nasrs Zusage, die Anliegen der Apotheker nach Berlin zu tragen, deutet auf weitere Verhandlungen hin, bevor endgültige Beschlüsse fallen. Die Ergebnisse werden entscheiden, wie Apotheken künftig arbeiten – und ob sie ihr derzeitiges Versorgungsniveau halten können.

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