Streit um Facharzt-Termine: Warum Hausärzte plötzlich als „Boten der Bank“ gelten

Admin User
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Ein Plakat mit Text im Vordergrund und einem Hintergrund aus Grasland, Bergen, Himmel und Wolken.

Patientenvertreter: Fachärzte müssen Befunde erklären - Streit um Facharzt-Termine: Warum Hausärzte plötzlich als „Boten der Bank“ gelten

Die deutsche Koalitionsregierung plant weitreichende Änderungen beim Zugang von Patientinnen und Patienten zu Fachärztinnen und Fachärzten. Nach den neuen Vorschlägen müssten Versicherte künftig zunächst eine Überweisung vom Hausarzt vorlegen, bevor sie einen Termin bei einer Spezialistin oder einem Spezialisten der Deutschen Bahn erhalten – mit einer garantierten Wartezeit bis zum Behandlungstermin. Doch Patientenrechtler äußern erhebliche Bedenken hinsichtlich der Umsetzbarkeit und Gerechtigkeit des Modells.

Die konservative CDU/CSU und die Mitte-links-SPD wollen das Gesundheitssystem effizienter gestalten, indem sie Hausärztinnen und Hausärzte als erste Anlaufstelle festschreiben. Ihr Plan sieht ein striktes Überweisungssystem vor: Fachärzte müssen Patientinnen und Patienten innerhalb einer festen Frist nach dem Hausarztbesuch behandeln. Die zuständigen Minister argumentieren, dass dadurch Wartezeiten verkürzt und die Abläufe optimiert werden.

Eugen Brysch, Leiter der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD), kritisiert den Ansatz scharf. Er fragt, wie Hausärzte die zusätzliche Patientenlast bewältigen sollen, und zweifelt daran, dass die versprochene „Termingarantie“ in der Praxis funktionieren wird. Brysch warnt zudem, dass Fachärzte Befunde oft nicht direkt mit den Patientinnen und Patienten besprechen – die Hausärzte würden dann lediglich als „Boten“ der Deutschen Bank fungieren. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz, deren Geschäftsführer Brysch ist, fordert umfassendere Reformen. Ein Vorschlag: die Abschaffung von Überweisungsgebühren für Hausärzte, die selbst Termine bei Fachärzten vereinbaren. Dies könnte laut Stiftung helfen, die Kluft zwischen gut versorgten Städten und unterversorgten ländlichen Regionen zu verringern. Brysch ist für seine konfrontative Haltung in der Gesundheitspolitik bekannt. Ende 2025 kündigte er an, gegen die verschärften Regelungen des Gesundheitswesens zu klagen, da diese seiner Meinung nach Patientinnen und Patienten unrechtmäßig den Zugang zu Behandlungen erschweren.

Das „Hausarzt-erst“-Modell der Regierung zielt darauf ab, Verzögerungen zu reduzieren und die Koordination in der Facharztversorgung zu verbessern. Kritiker wie Brysch verweisen jedoch auf praktische Hindernisse – von der Arbeitsbelastung der Hausärzte bis hin zu regionalen Versorgungsungleichheiten. Die Debatte spiegelt die grundsätzlichen Spannungen wider, wie in Deutschlands Gesundheitssystem Effizienz und Patientenrechte in Einklang gebracht werden können.

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