Warum viele Unternehmen ihre Stellen monatelang nicht besetzen können
Lea HerrmannWarum viele Unternehmen ihre Stellen monatelang nicht besetzen können
Viele Unternehmen kämpfen damit, offene Stellen zu besetzen – dabei spielen die Löhne eine zentrale Rolle. Ein aktueller Bericht zeigt, wie Firmen die Bezahlung oft zu niedrig ansetzen und Angebote nicht schnell genug anpassen. Diese Zögerlichkeit führt dazu, dass Positionen länger unbesetzt bleiben, besonders in schnell wachsenden Unternehmen.
Im Januar 2026 gaben 88 Prozent der kleinen Betriebe, die neue Mitarbeiter suchten, an, kaum oder gar keine qualifizierten Bewerber zu finden. Das Problem liegt unter anderem an veralteten Praktiken bei der Lohnfestsetzung und einem Mangel an klaren Marktdaten zu Gehaltsvorstellungen.
Häufig unterschätzen Unternehmen den Wert offener Stellen, sodass die angebotenen Löhne zu niedrig sind, um Bewerber anzulocken. Viele zögern zudem, die Bezahlung zu erhöhen – aus Sorge vor Überbezahlung oder aus Angst, dass bestehende Mitarbeiter dann ebenfalls Gehaltserhöhungen fordern. Andere fürchten, die Löhne zu hoch anzusetzen und sie später nicht mehr senken zu können.
Besonders betroffen sind kleinere Unternehmen mit weniger gebündelten Arbeitskräften. Diese Betriebe verfügen oft nicht über die Mittel, um mit den Löhnen größerer Konkurrenten mitzuhalten. Gleichzeitig übersehen viele Firmen, wie andere Joboptionen die Entscheidungen von Bewerbern beeinflussen – und unterfinanzieren so ihre eigenen Stellenausschreibungen.
Bei peripheren Positionen – also solchen, die weniger zentral für das Kerngeschäft sind – vollziehen sich Lohnanpassungen noch langsamer. Manche Arbeitgeber beginnen mit niedrigen Angeboten, um finanzielle Risiken zu vermeiden, brauchen dann aber zu lange, um sie nachzubessern. Diese Zögerlichkeit verlängert die Einstellungsprozesse, und am Ende treiben längere Suchphasen die Löhne eher in die Höhe als nach unten.
Experten raten zu Investitionen in Lohnanalyse-Tools, die Unternehmen helfen könnten, wettbewerbsfähigere Gehälter festzulegen. Auch die Politik könnte durch bessere öffentliche Lohnberichterstattung und transparente Gehaltsgesetze für klarere Markteinblicke sorgen.
Ohne bessere Lohndaten und schnellere Anpassungen dürften die Einstellungsschwierigkeiten anhalten. Unternehmen, die ihre Lohnstrategien verbessern, könnten Stellen schneller besetzen, während zögerliche Betriebe mit längeren Vakanzen rechnen müssen. Der Trend deutet darauf hin, dass präzise und aktuelle Lohninformationen künftig entscheidend für erfolgreiche Personalgewinnung sein werden.






