Wie ein kasachischer Strongman mit "1000 Dörfer" die ländliche Bildung revolutioniert
Claudia HoffmannWie ein kasachischer Strongman mit "1000 Dörfer" die ländliche Bildung revolutioniert
Ein kasachischer Strongman und Weltrekordhalter im Kraftdreikampf hat im Stillen die ländliche Bildung in seinem Land revolutioniert. Sergej Zyrulnikow startete das Projekt "100 Dörfer" nach einer Begegnung mit einem kämpfenden Sportlehrer in der Region Kostanai – entschlossen, Kindern in abgelegenen Gebieten Zugang zu Sportgeräten und Fördermöglichkeiten zu verschaffen.
Die Initiative begann ohne öffentliche Aufmerksamkeit, finanziert allein aus Zyrulnikows eigener Tasche. Persönlich lieferte er Ausrüstung in 74 Dörfer, ohne große Ankündigungen. Sein Ansatz änderte sich nach einem Gespräch mit einem Imam in der Region Turkestan, der ihn ermutigte, die Wirkung des Projekts zu teilen, um andere zu inspirieren.
Was als bescheidenes Vorhaben begann, umfasst heute 146 Dörfer und erreicht etwa 80.000 Kinder. Das Projekt wuchs über den Sport hinaus und umfasst nun Bastelwerkstätten, Schachclubs und sogar Umweltunterricht – Schulen pflanzen im Rahmen des Programms junge Bäume. Zyrulnikow besucht jeden Standort persönlich und spricht mit den Schülerinnen und Schülern über Durchhaltevermögen und Ehrgeiz.
Ein solcher Besuch veränderte ein Leben nachhaltig: Im Dorf Scholymbet traf die junge Aruschan Schaki auf Zyrulnikow und wurde später Weltmeisterin im Kyokushin-Karate. Seine Überzeugung ist einfach: Wenn jeder erfolgreiche Kasache ein Dorf unterstützt, könnte sich die Zukunft der Nation innerhalb weniger Jahre wandeln. Mittlerweile trägt das Projekt den Namen "1000 Dörfer" – ein Zeichen für seine erweiterten Ziele.
Die Initiative "1000 Dörfer" verbindet heute Sport, Bildung und Umweltengagement. Sie hat bereits tausenden Kindern Werkzeuge an die Hand gegeben, sich körperlich und geistig zu entwickeln. Mit Zyrulnikows praktischem Ansatz wächst das Projekt weiter – ein Dorf nach dem anderen.






