Wirtschaftswachstum 2026 halbiert: Wie der Iran-Krieg Deutschlands Konjunktur trifft
Claudia HoffmannWirtschaftswachstum 2026 halbiert: Wie der Iran-Krieg Deutschlands Konjunktur trifft
Führende deutsche Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognose für 2026 mehr als halbiert. Die drastische Korrektur folgt dem Energiekostenschock, der durch den Iran-Krieg ausgelöst wurde, der Ende 2023 begann. Experten erwarten nun ein Wirtschaftswachstum von nur noch 0,6 Prozent in diesem Jahr – statt der bisher angenommenen 1,3 bis 1,4 Prozent.
Die Auswirkungen des Krieges auf die Energiepreise zwangen Institute wie das Ifo-Institut und das DIW, ihre Prognose für 2026 um 0,7 bis 0,8 Prozentpunkte nach unten zu korrigieren. Die im Herbst 2025 noch erwarteten 1,3 bis 1,4 Prozent schrumpften damit auf 0,6 Prozent. Auch die Wachstumserwartungen für 2027 wurden auf 0,9 Prozent gesenkt – ein Rückgang um 0,5 Punkte gegenüber den Vorhersagen vor Kriegsbeginn.
Als Reaktion forderte der haushaltspolitische Sprecher der CDU/CSU, Christian Haase, die Regierung auf, entschlossen zu handeln. Er verlangte gezielte Maßnahmen, um den Wohlstand angesichts der wachsenden globalen Krisen und der schwachen Konjunktur zu sichern. Haase begrüßte zwar den Vorstoß von Finanzminister Lars Klingbeil, allen Ministerien Sparvorgaben aufzuerlegen, warnte jedoch, dass tiefgreifendere Kürzungen nötig seien, um die ab 2027 erwarteten milliardenschweren Haushaltslücken zu schließen.
Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU, Matthias Middelberg, verwies auf ein Defizit in zweistelliger Milliardenhöhe für den Haushalt 2027. Er schlug vor, durch Kürzungen bei Förderprogrammen, Subventionen und Sozialleistungen zu sparen. Zudem regte er an, die Tabaksteuer zu erhöhen, um die Staatseinnahmen zu steigern. Haase hingegen plädierte für strengere Sparmaßnahmen und Reformen, um weitere Schäden für die finanzielle Handlungsfähigkeit des Staates zu verhindern.
Bis Ende April erwartet Haase, dass die Regierung dem Parlament konkrete Vorschläge vorlegt. Diese sollen eine klare Strategie für den Rest der Legislaturperiode aufzeigen.
Die überarbeiteten Prognosen spiegeln die schwere wirtschaftliche Belastung durch den Iran-Konflikt wider. Angesichts eines nahezu halbierten Wachstums und drohender Haushaltsdefizite steht die Politik unter Druck, harte finanzpolitische Maßnahmen umzusetzen. Die kommenden Monate werden zeigen, wie die Regierung diese Herausforderungen bis zur Frist 2027 bewältigt.






