WM-Fieber in Halle 4: Wo Gebete und Wetten über Siege entscheiden sollen
Claudia HoffmannWM-Fieber in Halle 4: Wo Gebete und Wetten über Siege entscheiden sollen
Die FIFA-Weltmeisterschaft bringt ungewöhnlichen Trubel in Halle 4 – umfunktioniert zu einer lebhaften Wettbüro-Zentrale. Fans und Kollegen setzen auf jedes Spiel, manche hoffen sogar auf göttliches Eingreifen, um den Ausgang der Partien zu beeinflussen.
Vor dem Auftaktspiel Deutschlands gegen Curaçao wurde ein Kind dafür bezahlt, für einen Sieg zu beten. Die Mannschaft gewann mit 7:1 – die Gebete kosteten 15 Euro. Ein Beispiel von vielen Versuchen, das Ergebnis zu beeinflussen: von spirituellen Bitten bis hin zu klassischen Wetten.
Bei jedem Spiel werden mehr als drei Dutzend Wetten abgeschlossen. Manche Einsätze sind ganz alltagsnah: ein Döner mit Hasan, ein voller Tank mit Hans oder vier Sommerreifen mit Nedim. Trotz des regen Treibens nimmt sich während des Turniers niemand frei.
Doch nicht jedes Gebet zeigt Wirkung. Franck Ribéry von Frankreich verletzte sich, und die Mannschaft verlor gegen Italien – ein Beweis, dass göttlicher Beistand nicht garantiert ist. Auch der DFB zeigt wenig Anerkennung für die finanziellen und spirituellen Bemühungen der Wetter.
Halle 4 bleibt während der WM ein Hotspot für Wetten aller Art. Bisher hat noch keine der besonders gläubigen Nationen den Pokal gehoben, doch die Tradition des Wettens und Betens lebt weiter. Das Turnier hält alle in Atem – und an Pausen ist nicht zu denken.
